• Polizei entdeckt DNA-Material auf Bombenkoffer Ermittler hoffen auf genetischen Fingerabdruck des Täters

Politik : Polizei entdeckt DNA-Material auf Bombenkoffer Ermittler hoffen auf genetischen Fingerabdruck des Täters

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Frankfurt (Main) (AP). Bei der Suche nach dem Bombenleger von Dresden hat die Polizei eine erste Spur. Die Ermittler entdeckten in dem im Hauptbahnhof abgestellten Koffer DNAMaterial, wie der Sprecher des sächsischen Landeskriminalamtes, Lothar Hofner, bestätigte. „Die DNA muss nicht vom Täter stammen“, betonte Hofner zwar. Es handle sich aber um sehr gut verwertbares Material.

Hofner bekräftigte, dass nach wie vor in alle Richtungen ermittelt werde. Sowohl ein Einzeltäter als auch eine politisch motivierte Gruppe kämen in Betracht. Medienberichten zufolge war der Bombenbauer jedoch höchstwahrscheinlich Einzeltäter und stand nicht in Verbindung zu einer Terrorgruppe. Die Bombe sei nicht gerade professionell gebaut worden. LKA-Sprecher Hofner bezeichnete die Schlussfolgerungen als „Spekulationen“. Laut LKA war der vor einer Woche an Gleis 14 des Dresdner Hauptbahnhofs gefundene Sprengsatz scharf und voll funktionsfähig.

Nach Innenminister Otto Schily sprach sich auch Justizministerin Brigitte Zypries für eine verstärkte Videoüberwachung an Bahnhöfen aus. Bahnhöfe gehörten zu den von Terroristen bevorzugten Anschlagszielen, sagte die SPD-Politikerin im Hessischen Rundfunk.

Unterdessen sorgten herrenlose Koffer auf Bahnhöfen auch am Samstag wieder für Chaos im Zugverkehr. In Dresden musste der Hauptbahnhof zwischen 12 und 14 Uhr erneut teilweise gesperrt werden, 30 Züge waren nach Bahn-Angaben verspätet. Am Nachmittag musste der Hamburger Hauptbahnhof für eineinhalb Stunden teilweise gesperrt werden. Als gegen 18 Uhr ein Bahn-Mitarbeiter auf dem Hauptbahnhof Hannover einen Koffer entdeckte, mussten hier ebenfalls acht Gleise gesperrt werden. In allen Fällen entpuppten sich die Gepäckstücke als harmlos. Ein Bahn-Sprecher sagte, dass es zahlreiche Zugausfälle und erhebliche Verspätungen gab.

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