Politik : Polizei sieht Verbindung bei Anschlägen von London

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London Der britische Innenminister Charles Clarke vermutet eine Verbindung zwischen den beiden Anschlagserien in London im vergangenen Monat. „Es wäre sehr, sehr überraschend, wenn sie nicht in irgendeinem Zusammenhang miteinander stünden“, sagte Clarke am Dienstag der BBC. Darauf konzentrierten sich die Ermittlungen der Polizei.

Er widersprach damit Medienberichten vom Wochenende, wonach es keine Verbindung zwischen den beiden Anschlagserien gibt. Unter Berufung auf Polizeiquellen hatte die Zeitung „The Independent“ berichtet, die Täter der misslungenen zweiten Anschlagserie hätten die Selbstmordattentäter vom 7. Juli kopieren wollen.

Britische Muslime kritisierten unterdessen die jüngsten Vorschläge von Premierminister Tony Blair für eine Verschärfung der Terrorgesetze. Es bestehe die Gefahr, dass es zu einer „Verteufelung“ des islamischen Glaubens komme, hieß es in einer Erklärung der Islamischen Menschenrechtskommission, die von 38 muslimischen Gruppierungen unterschrieben wurde. So könne die angedrohte Schließung einiger Moscheen zur Bildung einer „radikalen Subkultur“ führen.

Premierminister Blair hatte vor kurzem einen Zwölf-Punkte-Plan zur Verschärfung der Anti-Terror-Gesetze vorgelegt. Er sei notfalls dazu bereit, Gesetzesänderungen zur Abschiebung von Extremisten durchzusetzen, auch wenn sie im Gegensatz zur Europäischen Menschenrechtskonvention stünden, sagte er.

In Manchester wurden am Dienstag vier Terrorverdächtige festgenommen. Die BBC berichtete jedoch unter Berufung auf Londoner Polizeiquellen, die Festnahmen hätten mit den Anschlägen vom Juli nichts zu tun. dpa

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