Politik : Polizeichef: Kundus von Taliban befreit

Kundus - Die radikalislamischen Taliban haben in der nordafghanischen Provinz Kundus nach Angaben der Polizei erstmals seit Jahren keine Gebiete mehr unter ihrer Kontrolle. Provinz-Polizeichef Abdul Rahman Sayedkhili sagte am Montag, afghanische Sicherheitskräfte hätten am Vortag den Bezirk Dascht-e-Archi eingenommen. Das sei die letzte Hochburg der Aufständischen in der Provinz gewesen, in der die Bundeswehr in den vergangenen Jahren schwere Verluste erlitten hat. Zwar könne es weiterhin zu Anschlägen durch untergetauchte Aufständische kommen, sagte Sayedkhili. Die Taliban würden aber keine Gebiete in der Provinz mehr kontrollieren. Rund 300 Aufständische hätten in den vergangenen zwei Monaten die Seiten gewechselt und sich von den Taliban losgesagt. Die Taliban hatten in den vergangenen Jahren immer mehr Gebiete in Kundus unter ihre Kontrolle gebracht, zu denen Regierungsvertreter keinen Zugang mehr hatten. Auch internationale Truppen konnten in diese Gegenden nur unter großen Risiken eindringen. Am Montag wurde eine deutsche Patrouille in der Nähe von Kundus mit Mörsern beschossen. Wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam mitteilte, wich die Patrouille nach Norden aus und setzte ihren Auftrag fort. Bei dem Vorfall, der sich rund 17 Kilometer südlich des Stützpunkts des regionalen Wiederaufbauteams Kundus ereignete, wurde demnach niemand verletzt. dpa/AFP

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