Polizeieinsatz : Vier Tote bei Protesten in Bahrain

Ermutigt von den Umwälzungen in Ägypten und Tunesien fordern auch im arabischen Königreich Bahrain immer mehr Menschen Reformen und Demokratie. Das autoritäre Regime antwortet mit harter Hand. Bei einem Polizeieinsatz sterben mindestens vier Demonstranten.

Die Unruhen haben auch Bahrain erreicht.
Die Unruhen haben auch Bahrain erreicht.Foto: AFP

Im arabischen Königreich Bahrain ist die Polizei am frühen Donnerstagmorgen gewaltsam gegen mehrere tausend Demonstranten vorgegangen, die eine Reform des autoritären Regimes gefordert hatten. Mindestens vier Menschen wurden getötet, Dutzende verletzt. Damit stieg die Zahl der Demonstranten, die bei den seit nunmehr fünf Tagen anhaltenden Protesten getöteten wurden, auf insgesamt fünf.

Tausende Demonstranten hatten in der Nacht zum Donnerstag auf dem zentralen Lulu-Platz in Manama ausgeharrt. Gegen 3.00 Uhr Ortszeit habe die Polizei den Platz dann umstellt und ohne Vorwarnung das Feuer auf die Menschen eröffnet, berichteten Augenzeugen. Als die Menschen in Panik von dem Platz geflohen seien, hätten Polizisten mit Schlagstöcken sie noch in die umliegenden Straßen verfolgt. Anschließend sicherten Polizeikräfte den Platz.

Ärzte des Salamynia-Krankenhauses in Manama sagten, dass zwei Tote mit Schusswunden in die Klinik gebracht worden seien. Ein anderes Opfer erlag nach Angaben von Notfallhelfern auf dem Lulu-Platz seinen Verletzungen. Mindestens 45 Verletzte wurden im Krankenhaus behandelt. Viele hätten Schusswunden erlitten oder seien durch Tränengasgranaten verletzt worden, sagte Ärzte.

Zu Tausenden - die Angaben schwankten zwischen 5000 und 20.000 - hatten sich die Menschen schon am Mittwoch nach der Beisetzung eines am Vortag getöteten Demonstranten auf dem Lulu-Platz versammelt, darunter auch viele Frauen und Kinder. Nach den gewaltsamen Zusammenstößen der Vortage verlief der Protest zunächst aber friedlich. Vereinzelt war während der Beerdigung zum "Sturz des Regimes" aufgerufen worden. Die meisten Oppositionellen erklärten jedoch, sie forderten lediglich Reformen.

Bahrain, der ärmste der reichen Golfstaaten, wird von König Hamad bin Issa al-Chalifa und seiner Familie beherrscht. Er setzt die Regierung ein, Parteien sind nicht zugelassen. Bei den Demonstranten handelt es sich zumeist um schiitische Muslime, sie stellen auch die Mehrheit der Bevölkerung. Das Herrscherhaus ist hingegen sunnitisch. (dpa)

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