Polizeigewerkschaft : "Beckstein hat wohl zwei Maß getrunken"

Die Äußerungen von Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein sind bei der Polizei auf wenig Gegenliebe. "So was macht unsere Arbeit ja zunichte", sagte Harald Schneider von der Polizeigewerkschaft.

München Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat den bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU) für dessen Aussage, man könne unter Umständen nach dem Genuss von zwei Maß Bier noch Autofahren, scharf kritisiert. "Ich frage mich, was ihn da geritten hat. Vermutlich hatte er gerade zwei Maß Bier getrunken, als er das gesagt hat", monierte der GdP-Landesvorsitzende Harald Schneider am Dienstag in München. "So was macht unsere Arbeit ja zunichte", betonte Schneider und wies auf zahlreiche Präventions-Kampagnen hin.

Der GdP-Vorsitzende betonte: "Da riskiere ich Menschenleben, wenn ich mit zwei Maß Bier durch die Gegend fahre." Beckstein habe sich mit der Aussage zwei Wochen vor der Landtagswahl "einen Bärendienst erwiesen". Die Menschen seien jedoch "vernünftiger als unser Ministerpräsident", betonte Schneider. So kämen "99 Prozent" der Oktoberfest-Besucher mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Wiesn. Die Polizei kontrolliere Autofahrer trotzdem verstärkt.

Beckstein hatte dem Bayerischen Rundfunk über das Autofahren gesagt: "Wenn man die zwei Maß in sechs, sieben Stunden auf dem Oktoberfest trinkt, ist es noch möglich." Er fügte hinzu: "Natürlich nicht, wenn man die zwei Maß in zwei Stunden trinkt." Beckstein ergänzte, zwar müsse der Alkoholmissbrauch hart bekämpft werden, aber man dürfe nicht den Genuss eines Glases Bier oder Wein verteufeln. (ae/ddp)

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