Politik : Polizeiwache in Gaza in Brand gesteckt

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Gaza In den Palästinensergebieten ist es am Samstag zu neuen gewaltsamen Protesten gegen Präsident Jassir Arafat und die Sicherheitskräfte gekommen. Militante Palästinenser steckten eine Polizeiwache im Gazastreifen in Brand und besetzten in der Ortschaft Chan Junis die örtliche Verwaltung. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen stürmten vermummte Mitglieder der radikalen Al-Aksa-Brigaden in Swaida, etwa sieben Kilometer südlich von Gaza- Stadt, die Polizeiwache. Sie zwangen die Polizisten, das Gebäude zu verlassen, und legten Feuer.

In Chan Junis besetzten etwa 250 Al-Aksa-Mitglieder die dortige Verwaltung. Es handelte sich nach Behördenangaben um frühere Mitglieder der Sicherheitskräfte. Präsident Arafat hatte vor drei Tagen ihre Gehälter einbehalten. Er steht wegen des Chaos im Gazastreifen und Korruption in der Palästinensischen Autonomiebehörde schwer in der Kritik.

Der palästinensische Minister für Verhandlungen mit Israel, Sajeb Erekat, begrüßte einen ägyptischen Vorschlag für eine internationale Nahost- Konferenz in New York. Bisher seien aber keine Vorbereitungen für eine solche Konferenz getroffen worden. Ohne die EU könne es zu keiner Lösung des Konflikts kommen, sagte Erekat weiter. „Wir können uns keinen Friedensprozess ohne die EU vorstellen“.

Die israelische Armee riss am Samstag mit Panzern und Bulldozern fünf palästinensische Häuser im Flüchtlingslager Rafah im Süden des Gazastreifens ab, berichteten Augenzeugen wie Sicherheitskreise. Damit sei die Zahl der zerstörten Häuser in Rafah in den vergangenen sieben Tagen auf 35 gestiegen. Israel vermutet in Rafah Tunnel, durch die Waffen aus Ägypten in die Palästinensergebiete geschmuggelt werden. dpa

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