Polonium-Mord : Russland liefert Verdächtigen im Fall Litwinenko nicht aus

Die britische Staatsanwaltschaft sieht den russischen Ex-Agenten Lugowoi als den Mörder Alexander Litwinenkos und hatte im Mai seine Auslieferung gefordert. Russland hat dies nun offiziell abgelehnt.

LondonIm Mordfall Litwinenko bleibt Moskau hart und liefert den russischen Ex-Agenten Andrej Lugowoi nicht nach Großbritannien aus. Die russischen Behörden hätten dies offiziell abgelehnt, teilte die britische Staatsanwaltschaft in London mit. Russland habe vorgeschlagen, Lugowoi in seiner Heimat vor Gericht zu bringen. Dies lehnte die britische Anklagebehörde jedoch ab: "Die Vorwürfe gegen Lugowoi sind, dass er einen britischen Bürger in unserer Hauptstadt ermordet hat. Der angemessene Ort für solch ein Gerichtsverfahren ist deshalb London."

Der russische Ex-Geheimdienstagent und britische Staatsbürger Alexander Litwinenko war im vergangenen November an einer Vergiftung mit radioaktiven Polonium 210 in London gestorben. Er war ein entschiedener Kritiker des Kremls.

Die britische Staatsanwaltschaft sieht Lugowoi als den Mörder Litwinenkos und hatte im Mai seine Auslieferung gefordert. Lugowoi hatte darauf in Moskau jegliche Schuld am Tod seines Bekannten von sich gewiesen. Im Gegenzug behauptete der Geschäftsmann, hinter dem Mord könnten der im Londoner Exil lebende Kreml-Kritiker Boris Beresowski und der britische Geheimdienst stehen. (mit dpa)

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