Politik : Ponader bleibt sitzen

Die Piraten haben ihre Mitglieder befragt.

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Berlin - Johannes Ponader steht mal wieder im Mittelpunkt. Seit Monaten versuchen einige Piraten, ihren Politischen Geschäftsführer loszuwerden. Im Bundesvorstand ist er bereits isoliert, und nun sollte eine Umfrage unter allen Piraten für die letzte Klarheit sorgen. Gefragt wurden die Mitglieder, wie sie das Agieren des Bundesvorstandes bewerten und ob das Gremium im Mai neu gewählt werden soll. An diesem Montag will der Vorstand bekannt geben, ob sich eine Mehrheit für Neuwahlen im Mai ausgesprochen hat oder nicht. Der Umgang mit dem persönlichen Teil der Umfrage ist jedem Vorstandsmitglied freigestellt.

Ponader entschied sich am Wochenende für eine Veröffentlichung. Das Urteil ist eindeutig: Note sechs und Sitzenbleiben. Das Problem: Ponader hält sich buchstäblich dran. Er will bleiben. „Habe schlechte Nachrichten für euch. Muss noch ein Jahr weitermachen – bin durchgefallen“, twitterte er am Wochenende. Rund 5000 Piraten haben sich an der Umfrage beteiligt, nicht alle haben die Vorstandsmitglieder persönlich bewertet. Doch die, die es taten, haben ihm kein gutes Zeugnis ausgestellt. Fast 1200 Parteimitglieder haben ihm die Schulnote sechs gegeben.

In der Umfrage wurden auch verbale Beurteilungen abgegeben. Das Urteil ist da ebenfalls eindeutig: „Herr Ponader wirkt, speziell auf Nichtpiraten, sehr abstoßend, was mir auch meine Umgebung bestätigt hat. Er scheint eher in der ,Mission Ponader‘ als für die Piraten unterwegs zu sein“, schreibt ein Mitglied. Ein anderes formuliert es so: „Der Mann muss sofort gehen. Eine Beleidigung der Wähler, wie der wie der letzte Penner vor die Kameras tritt in alten Latschen. Dann will er nicht arbeiten, sondern von Spenden anderer leben, und fährt eine Ego- Tour nach der anderen.“ Der Führungsstreit, so viel scheint klar, ist durch die Umfrage nicht gelöst. Wohl eher verschärft. Christian Tretbar

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