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Poroschenko in der Ukraine vereidigt : "Die Krim war und bleibt ukrainisch"

Petro Poroschenko hat in der Ukraine offiziell sein Amt als Staatspräsident angetreten. Der 48-Jährige will das Land rasch in Richtung EU führen - und gibt sich beim Thema Krim kompromisslos.

Petro Poroschenko, hier bei seinem Berlin-Besuch.
Petro Poroschenko, hier bei seinem Berlin-Besuch.Foto: dpa

In der krisengeschüttelten Ukraine hat der Milliardär Petro Poroschenko offiziell sein Amt als Staatschef angetreten. Im Parlament legte der 48-Jährige am Samstag in Anwesenheit von Gästen aus mehr als 50 Ländern den Amtseid auf die Verfassung ab. Auch Bundespräsident Joachim Gauck, US-Vizepräsident Joe Biden und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy nahmen an der Zeremonie in der Obersten Rada teil.

„Ich verpflichte mich, mit allen Mitteln die Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine zu verteidigen“, sagte Poroschenko in seinem Amtseid. Unter den Gästen war auch der als letzter weißrussischer Diktator kritisierte weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko, der in einer Reihe mit Gauck saß. Vor der Zeremonie sprach der Bundespräsident im Parlamentssaal auch mit Ex-Profi-Boxer Vitali Klitschko, der neuer Bürgermeister von Kiew ist.

Beim Thema Krim gab sich Poroschenko kompromisslos. "Die Krim war und bleibt ukrainisch", sagte der 48-Jährige in der Antrittsrede. Dies habe er dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bei ihrer Unterredung am Vortag im Frankreich "klar" zu verstehen gegeben. Zudem sei die Ausrichtung der Ukraine in Richtung der Europäischen Union nicht verhandelbar, sagte Poroschenko.

Ukraine: Poroschenko übernimmt Befehlsgewalt über die Streitkräfte

Im Anschluss an die Parlamentssitzung übernimmt Poroschenko auf dem Sophienplatz die Befehlsgewalt über die Streitkräfte. Der wegen seiner Süßwaren auch als „Schokoladen-König“ bekannte Oligarch hatte die Präsidentenwahl vor zwei Wochen mit 54,70 Prozent der Stimmen gewonnen. Die russisch geprägten Regionen hatten den Urnengang zum großen Teil boykottiert. Sie erkennen Poroschenko nicht an. Auch Russland sprach bisher nur von Respekt für die Wahl des ukrainischen Volkes und nicht - wie vom Westen gefordert - von einer Anerkennung des Ergebnisses. Russland war mit seinem Botschafter bei der Zeremonie vertreten.

Die Amtseinführung wird überschattet von blutigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten in der Ostukraine. (dpa)

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