Politik : Porsch hat „nichts unterschrieben“

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Dresden Der PDS-Fraktionschef im sächsischen Landtag, Peter Porsch, hat Stasi-Vorwürfe zurückgewiesen. Er habe weder eine Verpflichtung zur Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit unterschrieben noch sich jemals wissentlich mit einem Stasi-Offizier getroffen, sagte Porsch in Dresden.

Nach einem Bericht des Magazins „Focus“ soll Porsch von Mai 1970 bis in die 80er Jahre als IM „Christoph“ der DDR- Auslandsspionage Informationen geliefert und seine damalige Freundin und heutige Ehefrau Regine bespitzelt haben. Letzteres hatte Porsch bereits am Samstag in einer ersten Reaktion als „Unsinn“ bezeichnet. Nach Darstellung von Klaus Bartl, der Regine Porsch als Anwalt vertritt und rechtspolitischer Sprecher der PDS-Landtagsfraktion ist, verbittet sich seine Mandantin eine Darstellung als Opfer.

Porsch wollte nicht darüber spekulieren, ob er unwissentlich von der Stasi abgeschöpft worden sei. Ohne Kenntnis der Unterlagen könne er sich zu einzelnen Punkten der Stasi-Vorwürfe nicht äußern. Bartl kritisierte in diesem Zusammenhang die Stasi-Unterlagenbehörde. Sie habe dem „Focus“ Akten gegeben, ohne Porsch darüber zu informieren.

Laut Bartl hat Porsch erst Ende Juni vom Landesamt für Verfassungsschutz erfahren, dass es über ihn einen Kurzvermerk zur Hauptverwaltung Aufklärung gebe. Dieser sei aber weder mit Details untersetzt gewesen noch habe er das Landesamt zum Handeln veranlasst. Für PDS- Chefin Cornelia Ernst kommt der Zeitpunkt der Vorwürfe nicht von ungefähr. Kurz vor der Landtagswahl am 19. September gehe es offensichtlich um eine „Beschädigung der Person Porsch“. Der 59-Jährige führt die Sozialisten als Spitzenkandidat in die Landtagswahl. dpa

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