Porträt Andreas Pinkwart : "Gespräche auf Augenhöhe"

Eigentlich kommt er vom Fach. Mit Chaos und Unternehmenskrisen hat Andreas Pinkwart sich in seiner Dissertation beschäftigt. Außerdem ist er noch Minister für Innovation. Und die braucht es, um in Nordrhein-Westfalen eine Regierung zustande zu bringen und das Chaos zu verhindern.

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Andreas Pinkwart
Andreas PinkwartFoto: ddp

CDU und SPD sind in ihren Gesprächen kaum vorangekommen. Jetzt sondieren SPD und Grüne mit der FDP. Und das allein ist schon eine Innovation. Denn lange Zeit haben die Liberalen, hat auch der Chef der nordrhein-westfälischen Liberalen, eine solche Ampelkoalition ausgeschlossen. Doch Pinkwart gehört nicht zum strammen schwarz-gelben Lager in der FDP. Kurz nach der Wahl hat der 49-Jährige schon versucht, den Blick auf die Ampel etwas freizulegen.

Aber das war zu früh. Es musste erst das Ende aller Steuersenkungsträume, neue Umfragewerte und das Signal aus Berlin kommen, es doch einmal zu versuchen. Den schärfsten Gegner einer solchen Ampel hat Pinkwart an seiner eigenen Seite: Fraktionschef Gerhard Papke. Doch Pinkwart hat sich fürs Erste durchgesetzt und vielleicht nicht die FDP-Fraktion, aber seine Partei davon überzeugt, dass man sich wenigstens mit den Sozialdemokraten und Grünen mal an einen Tisch setzen muss. „Der FDP ist daran gelegen, die Gespräche ernsthaft, vernünftig und auf Augenhöhe zu führen“, hat der stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP gesagt.

Für Pinkwart sind die Gespräche mit Grünen und SPD am kommenden Dienstag nicht nur Bühne, um der CDU zu zeigen: Seht her, wir können auch mit denen. Mehr als andere wird er für eine Ampel kämpfen. Dabei wird es auf seine Art ankommen. Er gilt als jemand, der auf Verständigung setzt. Auf das Zwischenmenschliche. Er muss so das „Vernünftige“, das „Ernsthafte“ herstellen, indem er seine eigenen Leute mäßigt. Auf die Wortwahl muss er achten. Denn die Beziehung vor allem zwischen NRW-FDP und NRW-Grünen ist eine Geschichte der Verletzungen und Vorwürfe.

Pinkwart muss aber auch für die „Augenhöhe“ sorgen, in dem er liberale Standpunkte vertritt. All das macht eine Ampel wenig wahrscheinlich. Aber Pinkwart weiß, dass ein Scheitern der Gespräche auch Neuwahlen bedeuten kann. Und das kann für seine Partei verheerende Folgen haben: den Nichteinzug ins Parlament. Deshalb braucht die FDP Pinkwart, sie braucht ein Ampelmännchen.

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