Porträt : Heinrich von Pierer kommt in Merkels Team

Der frühere Siemens-Chef Heinrich von Pierer (64) wird in internationalen Managerkreisen ebenso geschätzt wie in der Politik und auf dem Sportplatz.

München/Berlin (29.08.2005, 14:26 Uhr) - Von Pierer und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) haben sich zumindest auf dem Tennisplatz schon so manches harte Match geliefert.

Auch sonst kann von Pierer durchaus gut mit der rot-grünen Regierungsspitze. Das war in der Ära von Kanzler Helmut Kohl aber nicht anders: Von Pierer saß immer dann im Regierungsflieger, wenn die Reise in den asiatischen Raum ging. Als ausgewiesener China-Experte wurde der Manager Beauftragter der Bundesregierung für Auslandsinvestitionen mit Schwerpunkt Asien/China und Leiter der Initiative «Invest in Germany».

Politisch ist der Vertraute der Siemens-Familie eher konservativ. Lange Jahre saß er für die CSU im Stadtrat der Universitätsstadt Erlangen. Jetzt rückt von Pierer in das Team von Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel. Im Falle eines Unions-Sieges bei der Bundestagswahl soll Pierer wirtschaftspolitischer Chefberater Merkels werden.

Pierer stand von 1992 bis Anfang dieses Jahres an der Spitze von Deutschlands größtem Elektrokonzern mit mehr als 400.000 Beschäftigten und war damit lange Zeit einer der mächtigsten Manager in Deutschland. Er machte den Siemens-Konzern fit für die Globalisierung. Dabei wurden aber auch in Deutschland Tausende von Arbeitsplätzen gestrichen.

Der Jurist und Volkswirt Pierer hatte seine Siemens-Karriere 1969 in der Rechtsabteilung begonnen. Während des Studiums verdiente er sich als Sportredakteur ein Zubrot. In der Politik war Pierer immer ein gern gesehener Gesprächspartner. Vor gut einem Jahr sprach er als erster deutscher Konzernchef vor dem UN-Sicherheitsrat. Auch in der Politik hätten ihm nahezu alle Türen offen gestanden. Vor der Nominierung von Horst Köhler war auch sein Name im Gespräch für das Amt des Bundespräsidenten. Von Pierer ist verheiratet und Vater von drei Kindern. (tso/dpa)

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