Politik : Portugal: Blick nach Spanien

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Der konservative Herausforderer, der am Sonntag Portugals Sozialisten vom Machtsockel stieß, ist ein alter Hase im politischen Geschäft - auch wenn er mit 45 Jahren immer noch zu den Jüngeren auf der Bühne gehört. José Manuel Durao Barroso (Foto: rtr) stieg schon mit 30 zum Staatssekretär im Innenministerium auf - damals noch unter dem konservativen Regierungschef Anibal Cavaco Silva (1985 bis 1995). Mit 36 debütierte er als Portugals Außenminister. 1995, nach der hohen Wahlniederlage der Konservativen gegen den Sozialisten Antonio Guterres, musste er seinen Posten räumen.

Vergeblich versuchte der studierte Jurist und Politikwissenschaftler damals, die Führung seiner konservativen Sozialdemokratischen Partei (PSD) zu übernehmen. Erst 1999, nachdem die Partei zwei Vorsitzende verschlissen hatte, konnte Durao Barroso die Macht erobern.

Durao Barroso, der es im Wahlkampf leicht hatte, den Sozialisten "Inkompetenz" vorzuwerfen, tritt mit einem Programm an, das fast Unmögliches verspricht: Schmerzhafte Einschnitte in die Staatsausgaben und zugleich deutliche Steuersenkungen sowie Marktliberalisierung. Das Rezept hat er von seinem politischen Freund, Spaniens Premier José Maria Aznar, abgeguckt.

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