Politik : Post bestrahlt Briefe nach Milzbrand-Fällen

Die US-Post hat vier LKW-Ladungen mit Briefen aus einem von Milzbrand betroffenen Washingtoner Postverteilzentrum zur Bestrahlung nach Ohio geschickt. Mit der Behandlung sollten die an der Post haftenden tödlichen Krankheitserreger getötet werden, berichtete die "Washington Post" am Freitag. Zwei Mitarbeiter des betroffenen Verteilzentrums Brentwood Road waren an Milzbrand gestorben. Das Postverteilzentrum ist für Briefe an den US-Kongress zuständig und verteilt auch einen Teil der Post für das Außenministerium, wo nach Angaben vom Donnerstag ein Mitarbeiter der Poststelle an Lungenmilzbrand erkrankt ist.

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Trittbrettfahrer: Empfindliche Strafen Der erkrankte Mitarbeiter des Außenministeriums arbeitete in einer Poststelle im Washingtoner Vorort Sterling im Bundesstaat Virginia. Wie der Mann in Kontakt mit dem Erreger kam, war noch unklar. Allerdings wiesen die Gesundheitsbehörden in Washington darauf hin, dass das Außenministerium seine Briefe von der Postzentrale in Brentwood bekam, über die auch der Anthrax-Brief an Senator Daschle verschickt wurde. Die Sporen könnten über einen "verunreinigten" Brief aus der zentralen Postsortierstelle Brentwood dorthin gelangt sein.

Die Erreger in dem Anthrax-Brief an Daschle waren nach neuen Erkenntnissen der Behörden deutlich feiner und gefährlicher als in den anderen bisher bekannten Fällen. So verteilen sie sich leichter in der Luft und können an Briefen haften bleiben, die dann weitergeleitet werden. Der Chef des Amts für Heimatschutz, Tom Ridge, sagte, bisher seien die Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die in New York, Florida und Washington eingegangen Anthrax-Erreger aus derselben Quelle stammten. Neue Tests zeigten aber, dass es doch Unterschiede gebe. "Es (das Anthrax an Daschle) ist rein, und die Sporen sind kleiner und damit gefährlicher, weil sie leichter in die Lungenwege geraten können."

Die Zentrale des weltgrößten Tabakkonzerns Philip Morris in New York wurde am Donnerstag geschlossen, nachdem dort ein Brief mit einem verdächtigen weißen Pulver eingegangen war. Der Umschlag sei den Gesundheitsbehörden übergeben worden, wo er auf Milzbrand-Erreger geprüft werden solle. Alle Mitarbeiter der Poststelle und des 25. Stocks des Gebäudes, wo sich die Presseabteilung befinde, an die der Brief adressiert worden sei, würden vorsorglich auf eine Milzbrand-Infektion untersucht.

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