Politik : PR-Kampagne und Propaganda

Die Welt überzeugen – und dem Gegner drohen

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Jerusalem/Beirut – Die Propagandamaschine läuft. Während Israel offenbar versucht, mit einer Imagekampagne der zunehmenden internationalen Kritik an seiner Libanon-Offensive entgegenzutreten, streut die Hisbollah Informationen über bislang ungenutzte militärische Kapazitäten.

In Jerusalem hieß es am Dienstag, Ministerpräsident Ehud Olmert habe seine Kabinettsmitglieder bereits am Sonntag aufgefordert, sich mehr für Interviews mit den mehreren hundert Fernsehsendern aus aller Welt anzubieten, die derzeit in Israel sind. Der Regierungschef habe zudem seinen Stellvertreter Schimon Peres um eine Europa-Tour gebeten, um vor Ort „den israelischen Standpunkt und die Ziele des Landes“ vertreten zu können, hieß es in Jerusalem.

Neben der Entführung weiterer Soldaten fürchtet die israelische Militärführung vor allem Hisbollah-Raketen mit größerer Reichweite. Und genau in diese Kerbe schlagen die Islamisten. Der offizielle Vertreter der Hisbollah im Iran, Hussein Safiaddine, erklärte in Teheran: „Es wird keinen Platz mehr geben, an dem die Menschen in Israel sicher sind.“

Israel hat den Iran mehrfach beschuldigt, die Hisbollah mit Raketen ausgestattet zu haben, die die drittgrößte israelische Stadt Haifa immer wieder erreichen. „Ganz sicher“, sagt die Hisbollah-Spezialistin Amal Saad-Ghorayeb von der amerikanisch-libanesischen Universität, „verfügt Hisbollah über alle Raketen, die in den Waffenlagern des Iran lagern.“ Ihr militärisches Reservoir, aber auch ihre militärischen Kapazitäten seien noch lange nicht ausgeschöpft. „Die nach 14 Tagen ungebrochene Fähigkeit, Raketen nach Israel zu schicken und trotz ständiger Bombardierung auch den israelischen Bodentruppen zu begegnen, ist ein Zeichen für ihre militärische Stärke.“

Ein anderer Insider der libanesischen Organisation versicherte, die Hisbollah verfüge über chemische und biologische Sprengköpfe. Diese seien aber nur als „allerletztes Mittel“ gedacht. AFP/alha

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