Präimplantationsdiagnostik : Ethikrat-Chef fordert Gesetz zu PID

In der Debatte um Gentests an Embryos hat der Chef des Deutschen Ethikrats, Edzard Schmidt-Jortzig, ein Gesetz angemahnt.

Berlin - Sonst sei die Gefahr groß, dass man in Deutschland ungehemmt in die Präimplantationsdiagnostik (PID) einsteigen würde, sagte er im Deutschlandradio Kultur. Bei der PID werden im Reagenzglas erzeugte Embryonen schon vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf mögliche Schäden untersucht. In Deutschland verbot dies das Embryonenschutzgesetz von 1990. Der Bundesgerichtshof erlaubte jedoch vor drei Monaten die Auswahl von Eizellen bei Paaren mit einer Veranlagung zu schweren Erbschäden. Laut Schmidt-Jortzig blieb dabei aber offen, ob dies verbindlich ist und was genau eine schwerwiegende Krankheit ist. Das sei „vornehmste Aufgabe des Gesetzgebers“. Der Ethikrat werde bis Sommer eine Stellungnahme abgeben.Die Koalition ist gespalten. Die Kanzlerin und die Mehrheit der Union sind für ein striktes Verbot, die FDP dagegen. In der CDU ist der parlamentarische Staatssekretär Peter Hintze dagegen, Familienministerin Kristina Schröder skeptisch. Katholische Kirche und Behindertenverbände lehnen die PID-Anwendung in Deutschland ab. AFP/KNA

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben