Präsident für die Ewigkeit : Hugo Chavez wird einbalsamiert und aufgebahrt

Hugo Chavez wird einbalsamiert und für die Ewigkeit aufgebahrt. Zur heute stattfindenden Trauerfeier in Caracas werden Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt erwartet, darunter der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Auch die USA schickt eine Delegation.

Venezuela ist geschockt: Hugo Chavez ist tot.Weitere Bilder anzeigen
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06.03.2013 08:21Venezuela ist geschockt: Hugo Chavez ist tot.

Venezuelas verstorbener Präsident Hugo Chavez soll nach der offiziellen Trauerfeier einbalsamiert und für die Ewigkeit in einem Museum aufgebahrt werden. Das kündigte der amtierende Staatschef Nicolas Maduro am Donnerstag im Staatsfernsehen an. Zugleich verlängerte Maduro die Staatstrauer um sieben Tage, damit sich noch möglichst viele Venezolaner von Chavez verabschieden können.

Die staatliche Trauerfeier findet an diesem Freitag statt, erklärte Maduro. Es wurden etwa 30 Staats- und Regierungschef aus der ganzen Welt erwartet, darunter der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Auch die USA schickten eine Delegation zu der Trauerfeier, obwohl Chavez die Regierung in Washington regelmäßig mit scharfen Verbalattacken provozierte.

In der Hauptstadt nahmen nach Regierungsangaben seit Mittwoch mehr als zwei Millionen Venezolaner Abschied von Chavez. Seine Leiche war in einem Sarg mit gläsernem Deckel in der Militärakademie von Caracas aufgebahrt. Der verstorbene Präsident wurde mit einer Militäruniform bekleidet und trug ein rote Baskenmütze wie bei seinem gescheiterten Putsch 1992. Der Sarg war mit Blumen geschmückt und in die Staatsflagge gehüllt. Die Einbalsamierung erinnert an die Praxis in kommunistischen Staaten. So wurden auch die Leichen von Lenin, Stalin und Mao präpariert und öffentlich aufgebahrt.

Als hochrangige Gäste reisten unter anderem Verbündete wie Ecuadors Präsident Rafael Correa und die gegenwärtigen und ehemaligen Staatschefs von Brasilien, Dilma Rousseff und Luiz Inacio Lula da Silva, nach Caracas. Die Präsidentin von Argentinien, Cristina Fernandez, war kurz nach Chavez Tod angereist, verließ aber Medienberichten zufolge die Hauptstadt wieder am Donnerstag. Ihr kubanischer Kollege Raul Castro verwies auf Chavez vier Siege bei Präsidentenwahlen.

“Er war unbesiegbar“, sagte der Bruder von Fidel Castro.

Reaktionen zum Tod von Hugo Chávez
Eine Unterstützerin in San Salvador hat sich den Namen des toten venezolanischen Staatschefs auf ihr Gesicht geschrieben.Weitere Bilder anzeigen
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06.03.2013 13:10Eine Unterstützerin in San Salvador hat sich den Namen des toten venezolanischen Staatschefs auf ihr Gesicht geschrieben.

Anhänger der Opposition zeigten sich kritischer. “Er hat Venezuela mehr geschadet als irgendjemand anders“, sagte ein 66-Jähriger. “Das Land ist in zwei Teile zerbrochen, jede Seite hasst die andere. Das war Chavez Werk.“ Chavez war am Dienstag im Alter von 58 Jahren an Krebs gestorben. Aus Regierungskreisen verlautete, der Präsident sei am Montag ins Koma gefallen, nachdem sich sein Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert habe.

Hintergrund sei, dass der ursprünglich im Beckenbereich diagnostizierte Krebs sich auf die Lunge ausgeweitet habe. Die genaue Erkrankung wurde stets geheim gehalten. Ein Teil der Behandlung fand auf Kuba statt.

Chavez hatte das ölreiche Land über 14 Jahre lang mit einer Politik der Umverteilung und Verstaatlichung regiert. Sein Stellvertreter und erklärter Wunschnachfolger Maduro leitet die Amtsgeschäfte kommissarisch. Zwar sieht die Verfassung Neuwahlen innerhalb von 30 Tagen vor. In Regierungskreisen hieß es allerdings, die Frist könne aus organisatorischen Gründen vielleicht nicht eingehalten werden. In Umfragen lag Maduro im Vergleich zu Oppositionskandidat Henrique Capriles zuletzt deutlich in Führung. Maduro hat angekündigt, dass er Chavez Politik fortsetzen werde. (Reuters)

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