• Präsident in Bedrängnis: Wulffs Staatskanzlei organisierte Gästeliste von Unternehmerparty

Präsident in Bedrängnis : Wulffs Staatskanzlei organisierte Gästeliste von Unternehmerparty

Neue Vorwürfe gegen Christian Wulff: Für eine Party am Abend seiner Wahl zum Staatsoberhaupt erstellte die Staatskanzlei in Hannover die Gästeliste. Die Kosten der Veranstaltung soll Eventmanager Schmidt getragen haben.

Gegen Christian Wulff werden nun Vorwürfe der Vorteilsannahme unmittelbar nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten laut.
Gegen Christian Wulff werden nun Vorwürfe der Vorteilsannahme unmittelbar nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten laut.Foto: dpa

Das Verhältnis zwischen Bundespräsident Christian Wulff und Unternehmern wirft neue Fragen auf. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ und des "Stern"organisierte die Staatskanzlei in Hannover die Gästeliste für eine Party, die der Eventmanager Manfred Schmidt am Abend von Wulffs Wahl zum Staatsoberhaupt in Berlin gab. Die Kosten der Veranstaltung habe Schmidt getragen, Wulff selbst sei zu der Feier erschienen.

Der niedersächsische Regierungssprecher Franz Rainer Enste bestätigte am Mittwoch, dass im persönlichen Büro Wulffs in der Staatskanzlei eine Gästeliste erstellt worden sei. „Wenn Wulff bestimmen kann, wer eingeladen wird, ist das natürlich ein Vorteil“, sagte Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim dem „Stern“.

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen Schmidt zurzeit wegen des Verdachts der Bestechung, gegen Wulffs früheren Sprecher Olaf Glaeseker wegen Bestechlichkeit. Schmidt hatte auch den umstrittenen Nord-Süd-Dialog organisiert, eine Lobbyverstaltung, an der er viel Geld verdient haben soll. Die Ermittler prüfen, ob der damalige Regierungssprecher Glaeseker Schmidt dabei „gefällig gefördert“ hat. Im Gegenzug soll er mehrere kostenlose Urlaube in Feriendomizilen Schmidts verbracht haben.

Nach Darstellung der niedersächsischen Landesregierung soll Glaeseker bei der Planung des Nord-Süd-Dialoges weitgehend eigenmächtig gehandelt haben. „Es hat sich gezeigt, dass Herr Glaeseker immer sehr selbstständig gearbeitet hat“, sagte Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) am Mittwoch nach einer internen Überprüfung der Regierung in Hannover.

(dpa/dapd)

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