Präsidentschaft : Royal soll Strauss-Kahn zum Premier machen

Das Feilschen um die Stimmen des im ersten Wahlgang gescheiterten Zentristen Bayrou geht in eine neue Runde. Nachdem die Sozialistin Royal Bayrou am Wochenende als Premier ins Gespräch gebracht hatte, widersprach nun Sozialistenchef Hollande.

Paris - In Frankreichs Präsidentschaftswahlkampf hat Sozialistenchef François Hollande ausgeschlossen, dass der Liberale François Bayrou bei einem Sieg von Ségolène Royal zum Premierminister ernannt werden könnte. "Es ist klar, dass Ségolène Royal bei einer Wahl zur Präsidentin der Republik einen Premierminister aus ihrer politischen Familie auswählen wird", sagte Hollande im TV-Sender LCI. "Das ist logisch."

Royal hatte am Wochenende nicht ausgeschlossen, dass der in der ersten Wahlrunde ausgeschiedene Bayrou Premier werden könnte. Dies war als Signal an seine 6,8 Millionen Wähler verstanden worden, die Royal auf ihre Seite ziehen will. In einem Interview mit der Zeitung "Le Monde" sagte sie darauf, der frühere sozialistische Wirtschafts- und Finanzminister Dominique Strauss-Kahn wäre ein "sehr guter Premierminister". Strauss-Kahn sagte im RTL-Radio, er werde "Garant" dafür sein, dass Royals wirtschaftliche Programmpunkte bei einem Sieg der Linken "glaubwürdig und solide" umgesetzt würden.

"Zwei unterschiedliche Gesellschaftsentwürfe"

Zu dem TV-Duell von Royal gegen ihren konservativen Rivalen Nicolas Sarkozy sagte Hollande, dabei gehe es um "zwei unterschiedliche Gesellschaftsentwürfe". Royal werde zeigen, dass Sarkozys Vorstellungen "gefährlich" seien. Die Fernseh-Debatte werde "dazu beitragen, die Überzeugungen vieler unserer Mitbürger zu bilden, die sich noch nicht entschieden haben".

Sarkozy, der in den Umfragen bisher vor Royal liegt, forderte, "nicht zu dramatisieren, was durch die Debatte auf dem Spiel steht". Das TV-Duell sei für ihn "nicht entscheidend" für den Wahlausgang, sagte er im Radiosender France Inter. "Ich glaube nicht, dass die Franzosen lediglich aufgrund des Eindrucks aus einer zweistündigen Debatte einen Präsident auf fünf Jahre wählen." (tso/AFP)

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