Präsidentschaftswahl : EU-Haushaltskommissarin gewinnt in Litauen

EU-Haushaltskommissarin Dalia Grybauskaite hat die Präsidentenwahl in ihrem Heimatland Litauen gewonnen. Damit steht erstmals eine Frau an der Spitze Litauens. Gut zwei Drittel der Wähler gaben der 53-jährigen ehemaligen Finanzministerin ihre Stimme.

Vilnius Grybauskaite war als unabhängige Kandidatin angetreten und konnte sich damit von den großen politischen Parteien absetzen, die wegen der harten Rezession des baltischen Staates und wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck stehen.

Nach Auszählung von 96 Prozent der Stimmen entfielen gut 68 Prozent auf Grybauskaite. Die Wahlbeteiligung lag bei 51 Prozent und damit knapp über der Schwelle von 50 Prozent, die für einen Sieg im ersten Wahlgang Voraussetzung sind.

"Ich beglückwünsche das litauische Volk zu seiner Wahl", rief Grybauskaite am Abend ihren jubelnden Anhängern zu. "Gemeinsam werden wir aus diesen harten Zeiten besser, schneller und reicher hervorgehen." Im Wahlkampf hatte sie eine Förderung der Exporte angekündigt, eine bessere Umsetzung der EU-Hilfen und Steuersenkungen für kleinere und mittlere Unternehmen. Als Präsidentin hat die Politikerin aber vor allem Einfluss auf die Außen- und Verteidigungspolitik. (cl/Reuters)

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