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Präsidentschaftswahl in Frankreich : Wahlbeteiligung bis zum Mittag fast stabil zur ersten Runde

Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen hat die Stichwahl um die Präsidentschaft begonnen. Bis zum Mittag lag die Wahlbeteiligung nach Angaben des Innenministeriums bei 28,2 Prozent.

Der Französische Staatspräsident Francois Hollande in einem Wahllokal in Paris am Sonntagvormittag.
Der Französische Staatspräsident Francois Hollande in einem Wahllokal in Paris am Sonntagvormittag.Foto: AFP

Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen hat in Frankreich die Stichwahl um die Präsidentschaft begonnen. Knapp 47 Millionen Franzosen sind aufgerufen, ihr Staatsoberhaupt zu wählen. Der links-liberale unabhängige Kandidat Emmanuel Macron gilt als klarer Favorit. Er lag zuletzt in Umfragen bis zu 24 Prozentpunkte vor seiner Konkurrentin Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National. Bei der ersten Wahlrunde hatten die Demoskopen sehr präzise Vorhersagen geliefert. Unsicherheit birgt die Wahlbeteiligung. Meinungsforschern zufolge könnte ein Viertel der Wähler den Urnen fernbleiben.

Zudem sorgte kurz vor Ende des Wahlkampfs die Nachricht, dass das Macron-Team einem massiven Hackerangriff ausgesetzt war, für Aufregung. Mit ersten Prognosen ist nach Schließung der letzten Wahllokale um 20.00 Uhr (MESZ) zu rechnen.

Eine der wichtigsten Richtungswahlen seit Jahrzehnten

Die Abstimmung gilt als eine der wichtigsten Richtungswahlen seit Jahrzehnten. Le Pen will Frankreich aus der EU führen und strebt ein Referendum über einen Euro-Austritt an. Der 39-jährige Ex-Wirtschaftsminister Macron will hingegen die europäische Integration vertiefen und die deutsch-französische Achse stärken.

Nach einer Reihe von Anschlägen herrscht in Frankreich der Ausnahmezustand. Seit Anfang 2015 wurden mehr als 230 Menschen bei Attentaten getötet. Der sozialistische Präsident Francois Hollande trat angesichts seiner niedrigen Popularitätswerte nicht zur Wiederwahl an.

In Frankreich findet heute die Stichwahl zwischen dem Mitte-Links-Kandidaten Macron und der rechtspopulitischen Kandidatin Le Pen statt.
In Frankreich findet heute die Stichwahl zwischen dem Mitte-Links-Kandidaten Macron und der rechtspopulitischen Kandidatin Le Pen...Foto: dpa/ Kamil Zihnioglu

Wahlbeteiligung bis zum frühen Nachmittag stabil

Bis zum frühen Nachmittag haben ähnlich viele Menschen abgestimmt wie im ersten Durchgang vor zwei Wochen. Bei regnerischem Wetter in großen Teilen des Landes lag die Beteiligung bis zum Mittag nach Angaben des Innenministeriums bei 28,2 Prozent der Wähler. Das ist fast genau so viel wie im ersten Wahlgang vor zwei Wochen, als im gleichen Zeitraum knapp 28,5 Prozent der Wähler ins Wahllokal gegangen waren.

Am Ende lag die Wahlbeteiligung damals bei 77,8 Prozent. Allerdings war die Beteiligung damit im Vergleich zu früheren Stichwahlen eher verhalten. 2007 gaben in der zweiten Runde bis mittags schon 34,1 Prozent der Wähler ihre Stimme ab, 2012 waren es 30,7 Prozent. Die französischen Überseegebiete, die teils schon am Samstag votiert hatten, sind bei dem Zwischenstand vom Sonntag nicht eingerechnet. Sie machen aber nur einen sehr kleinen Teil der Gesamtwählerschaft aus.

In der Stichwahl trifft die Rechtspopulistin Marine Le Pen auf den pro-europäischen Mitte-Links-Kandidaten Emmanuel Macron. Ein Sieg der EU-Gegnerin Le Pen würde die Europäische Union schwer erschüttern - die Abstimmung wird deshalb international mit Spannung und Nervosität verfolgt. (Reuters, dpa)

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