Politik : Präsidentschaftswahl in Kirgistan abgesagt

Bischkek/Moskau - Die für Oktober geplante Wahl eines neuen Präsidenten Kirgistans ist am Mittwoch von der Übergangsregierung abgesagt worden. Die Chefin der Übergangsregierung, Rosa Otunbajewa, solle bis Ende 2011 die Aufgaben des Präsidenten übernehmen, teilte die Übergangsregierung in Bischkek in einem Dekret mit. Staatschef Kurmanbek Bakijew war vor rund einem Monat durch Massenproteste gestürzt worden. Bestätigt werden soll das Dekret durch eine Volksabstimmung, die demnach zeitgleich mit dem Verfassungsreferendum am 27. Juni abgehalten wird.

Die Lage in Kirgistan ist seit dem blutigen Sturz von Präsident Kurmanbek Bakijew Anfang April gespannt. Bei ethnisch motivierten Zusammenstößen zwischen Usbeken und Kirgisen wurden in der südlichen Stadt Dschalal-Abad am Mittwoch drei Menschen getötet. Insgesamt wurden 62 Menschen verletzt. Die Übergangsregierung verhängte dort daraufhin den Ausnahmezustand und ordnete eine nächtliche Ausgangssperre an. Kirgistan ist für die USA von strategischer Bedeutung, da sich in dem Land die Drehscheibe für den Truppennachschub nach Afghanistan befindet. AFP/dpa

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