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Präsidentschaftswahl in USA : Hillary Clinton legt Fitnessdaten offen, Joe Biden erwägt Kandidatur

Die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat jetzt Daten zu Geld und Fitness offengelegt. Derweil überlegt Vizepräsident Joe Biden, ob er gegen Hillary Clinton antritt.

Seht her! Hillary Clinton hat ihre Gesundheits- und Einkommens-Daten transparent gemacht.
Seht her! Hillary Clinton hat ihre Gesundheits- und Einkommens-Daten transparent gemacht.Foto: Joe Raedle/Getty Images/AFP

In Europa wäre es unvorstellbar, für die Amerikaner ist es eine Normalität: Wer in den USA Staatschef werden will, legt erst mal offen, wie viel er verdient. Hillary Clinton ging nun sogar noch einen Schritt weiter. Sie beweist ihren Landsleuten darüber hinaus, wie fit sie ist. Als erste Präsidentschaftsbewerberin der USA überhaupt hat die ehemalige US-Außenministerin jetzt Einzelheiten zu ihrem Gesundheitszustand offengelegt. Demnach befinde sich die 67-Jährige in „exzellenter körperlicher Verfassung“ und gesundheitlich in der Lage, „als Präsidentin der Vereinigten Staaten zu dienen“. So steht es in dem Schreiben ihrer Ärztin Lisa Bardack, das Clintons Wahlkampfteam veröffentlicht hat.

Hillary Clinton führe ein gesundes Leben und habe sich von ihrer Gehirnerschütterung im Dezember 2012 vollkommen erholt, bescheinigte ihre Ärztin. Laut Bardack war Clinton damals nach der Rückkehr von einer Europareise infolge einer Magen-Darm-Erkrankung dehydriert und in Ohnmacht gefallen. Bei dem Sturz zog sie sich eine Gehirnerschütterung zu, später wurde bei ihr ein Blutgerinnsel im Kopf festgestellt. Sie sei im Krankenhaus behandelt worden und habe spezielle Brillengläser tragen müssen, weil sie alles doppelt gesehen habe, berichtete ihre Ärztin. Nach zwei Monaten sei sie aber völlig wiederhergestellt gewesen. Der damalige Vorfall hatte immer wieder zu Spekulationen über die gesundheitliche Eignung der Demokratin für das Präsidentenamt geführt.

Diese Informationen sind zum jetzigen Zeitpunkt auch deshalb wichtig, weil Vizepräsident Joe Biden überlegt, ob er gegen Hillary Clinton antreten soll. Die "New York Times" berichtet, Biden habe mit Beratern begonnen, eine mögliche Kandidatur auszzuloten.

Schwerpunkt der Wahlkampagne soll auf wirtschaftlichen Sorgen der Amerikaner liegen

Zudem legte Clinton nach Jeb Bush, dem republikanischen Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur, nun auch ihre Steuererklärungen der vergangenen Jahre vor. Daraus geht hervor, dass ihr Mann Bill und sie auch finanziell in ausgesprochen guter Verfassung sind. So zahlten sie seit 2007 gemeinsam 57,5 Millionen Dollar (52,6 Millionen Euro) an Steuern, was einem Einkommen von mehr als 100 Millionen Dollar entspricht. Zum Vergleich: Jeb Bush, der Ende Juni seine Steuererklärungen vorgelegt hat, verdiente seit Ende seiner Amtszeit als Gouverneur von Florida im Jahr 2007 29 Millionen Dollar. Clinton nimmt allein mit Gagen für ihre Reden Dutzende Millionen ein: Laut den veröffentlichten Daten verdiente Hillary Clinton im Jahr 2013 mit insgesamt 36 Reden 8,5 Millionen Dollar, ihr Mann und Expräsident kam im selben Zeitraum auf 13 Millionen Dollar mit 41 Reden.

Die Summen sind insofern interessant, als dass Hillary Clinton den Schwerpunkt ihrer Wahlkampagne auf die wirtschaftlichen Sorgen der Durchschnittsamerikaner legt. Sie möchte mit einer Steuerreform den Mittelstand ent- und Spitzenverdiener zusätzlich belasten. „Es dürfe keine Schlupflöcher geben, die es Millionären erlaube, weniger Steuern zu zahlen als ihre Sekretäre“, sagte sie kürzlich. Interessant erscheint angesichts der Daten auch ein Interview vom Juni 2014, in dem sie berichtete, ihr Mann und sie seien nach Ende von Bill Clintons Amtszeit als Präsident „völlig pleite“ und verschuldet gewesen- (Tsp/AFP)

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