Präsidentschaftswahlen : Kasjanow soll russische Opposition führen

Das oppositionelle Bündnis Anderes Russland wird wahrscheinlich mit dem Ex-Premier Michail Kasjanow an der Spitze in die Präsidentschaftswahlen im März 2008 gehen.

Kasparow
Nur auf Rang zwei: Garri Kasparow. -Foto: AFP

MoskauDer frühere russische Ministerpräsident Michail Kasjanow liegt bei den Vorwahlen des Oppositionsbündnisses Anderes Russland an der Spitze und gilt nun als wahrscheinlichster Kandidat für die Präsidentschaftswahlen im März 2008. Nach den Ergebnissen, die auf der Internetseite der Bewegung veröffentlicht wurden, setzte sich Kasjanow gegen den ehemaligen Schachweltmeister Garri Kasparow durch. Der frühere Zentralbank-Präsident Viktor Geraschtschenko kam bei den in 30 Regionen abgehaltenen Vorwahlen auf den dritten Platz. Das Oppositionsbündnis will seinen Kandidaten bei einem Kongress im Herbst offiziell ernennen.

Kasjanow, der während der ersten Amtszeit von Wladimir Putin als Ministerpräsident diente, wurde nach seiner Ablösung im Jahr 2004 zu einem erbitterten Gegner des Präsidenten. Der in Russland wenig beliebte Politiker gilt als Verbündeter der Oligarchen, die im Zuge der Privatisierung russischer Staatsbetriebe Anfang der 90er Jahre ein Vermögen machten. Im Juli hatte Kasjanow angekündigt, das Oppositionsbündnis verlassen zu wollen, da es sich nicht auf seine Kandidatur einigen konnte. Ein Sprecher der Bewegung teilte auf AFP-Anfrage mit, die Situation sei mittlerweile "geregelt".

Kasjanow werden als Kandidat der Opposition bei den Präsidentschaftswahlen kaum Chancen eingeräumt. Anderes Russland gilt als zersplitterte Bewegung, die wegen des harten Vorgehens der russischen Behörden gegen Oppositionelle in der Öffentlichkeit zudem kaum wahrgenommen wird. (mit AFP)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben