Prävention gegen Radikalisierung : EKD-Chef fordert flächendeckenden Islamunterricht

Junge Muslime sollten sich an deutschen Schulen kritisch mit ihrer Religion beschäftigen, sagt Heinrich Bedford-Strohm. Die schütze sie vor Fundamentalismus.

Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm
Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-StrohmFoto: dpa/Daniel Karmann

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, fordert einen „flächendeckenden Islamunterricht“ an deutschen Schulen. Das sei die beste Möglichkeit, junge Muslime immun zu machen gegen die Versuchungen von Fundamentalisten, sagte der Münchner Landesbischof der „Heilbronner Stimme“.

Junge muslimische Schüler müssten die Möglichkeit erhalten, sich kritisch mit der Tradition ihrer Religion auseinanderzusetzen. „Sie können zugleich Neues über den Islam lernen - und das auf dem Boden des Grundgesetzes“, sagte Bedford-Strohm.

Er plädierte dafür, dass die islamischen Verbände wie die christlichen Kirchen den Religionsunterricht an den Schulen selbst verantworten. Dafür wünsche er sich, „dass die Muslime in Deutschland sich so aufstellen, dass es klare Ansprechpartner für den Staat gibt“.

Wie die Zeitung unter Berufung auf die Kultusministerkonferenz berichtet, bieten zurzeit Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz islamischen Religionsunterricht an. Im Saarland wird der islamische Religionsunterricht derzeit in den ersten Klassen erprobt. (dpa)

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