Politik : Prag kritisiert Erklärung zu Vertreibungen Klaus rügt Rau und Kwasniewski

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(dpa). Mit großer Zurückhaltung hat der tschechische Präsident Vaclav Klaus auf den gemeinsamen Aufruf von Bundespräsident Johannes Rau und seinem polnischen Amtskollegen Aleksander Kwasniewski zu einem „europäischen Dialog“ über Nachkriegsvertreibungen reagiert. Es wäre unverantwortlich, die Erweiterung der Europäischen Union mit einem „explosiven Thema“ zu belasten, das keine zufrieden stellende Lösung bringen könnte, teilte Klaus am Mittwochabend in einer Erklärung mit. Er habe „grundsätzliche Zweifel an diesem Weg der Wiederöffnung eines mehrfach geschlossenen und sensiblen Themas der Vergangenheit“, meinte Klaus. Es gehe „nicht um ein europäisches oder internationales Problem“, sondern um eine bilaterale Frage.

Rau und Kwasniewski hatten gegenseitige Schuldzuweisungen verurteilt und Entschädigungsansprüche zurückgewiesen. Beide Staatsoberhäupter wandten sich gegen ein Aufrechnen der Verbrechen und Verluste. Sie forderten die Europäer auf, alle Fälle von Umsiedlung, Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert neu zu bewerten und zu dokumentieren, um ihre Ursachen, Hintergründe und ihre vielfältigen Konsequenzen für die Öffentlichkeit verständlich zu machen.

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