Politik : Prag verhandelt mit USA über Raketenabwehr

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Prag - Experten des US-Verteidigungsministeriums haben am Montag in Tschechien Verhandlungen zur möglichen Stationierung einer umstrittenen US-Radaranlage aufgenommen. Die Delegation des Pentagons habe mit Militärvertretern technische Details besprochen, meldete die Nachrichtenagentur CTK. Für Dienstag sei die Besichtigung eines Truppenübungsplatzes vorgesehen. Dort könnte das zum geplanten US-Raketenabwehrsystem gehörende Radar stehen. Tschechien hatte in der vergangenen Woche den Verhandlungen mit den USA zugestimmt. Das geplante Abwehrsystem, zu dem auch ein Raketensilo in Polen gehören soll, ist international umstritten.

Unterdessen sagte der für Europa zuständige Unterstaatssekretär im US-Außenministerium, Daniel Fried, am Montag in Berlin, er halte russische Bedenken gegen das geplante Raketenabwehrsystem für „absurd“. Neben der Radarstation in der Tschechischen Republik und der Abwehrkomponente in Polen sollen auch auf dänischem Boden und in Großbritannien Teile des Systems stationiert werden. So soll unter anderem eine Radaranlage in Grönland die USA vor Raketenangriffen aus dem Nahen und Fernen Osten schützen. „Es geht hier um die Verteidigung der USA und Europas“, sagte Fried. „Wir glauben nicht, dass es richtig ist, die beiden Kontinente in dieser Sache voneinander abzukoppeln.“ S.K./dpa

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