• Prag: Vertriebener nicht in Berlin gedenken Tschechiens Regierungschef Spidla unterstützt Schröder

Politik : Prag: Vertriebener nicht in Berlin gedenken Tschechiens Regierungschef Spidla unterstützt Schröder

-

Schmilka (dpa/Tsp). Der tschechische Ministerpräsident Vladimir Spidla hält Berlin als Standort eines „Zentrums gegen Vertreibungen“ für ungeeignet. „Ich glaube nicht, dass das eine gute Wahl ist“, sagte Spidla am Freitag im sächsischen Schmilka an der deutschtschechischen Grenze. Die Wahl dieses Ortes würde die Zeitfolge von Ursache und Wirkung verdrehen. Zu einem geeigneten Standort wollte sich Spidla nicht äußern: „Das ist für mich eine offene Frage. Ich bin mir nur sicher, dass Berlin kein geeigneter Ort ist.“ Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte sich am Mittwoch gegen Berlin für ein solches Zentrum ausgesprochen – wegen der Gefahr, dass damit die historischen Ursachen für das Unrecht der Vertreibung der Deutschen nach dem Krieg verwischt würden. Niemand könne bestreiten, dass dies mit dem deutschen Faschismus zusammenhänge, weil er sonst Geschichtsklitterung betriebe, hatte er gesagt. Die Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach (CDU), hatte betont, die Stiftung für die Gedenk- und Forschungsstätte halte an der Umsetzung des Vorhabens in Berlin fest. Nach Informationen des Tagesspiegels hat die Stiftung Interesse an einem ehemaligen Luftschutzbunker in Kreuzberg bekundet.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben