PRAXIS ANDERER STAATEN : PRAXIS ANDERER STAATEN

USA

: Vergangene Woche berichtete die Zeitung „USA Today“ über den Fall von Nabiullah Mohammadi, der den US-Soldaten in Afghanistan jahrelang als Übersetzer zur Verfügung gestanden hatte und diese Arbeit auch dann noch fortsetzte, als seine Dorfältesten ihn an die Taliban zu verraten drohten. Inzwischen hat es Mohammadi geschafft, ein Visum für die USA zu ergattern und sich eine neue Existenz in Iowa aufzubauen – offenbar keine Selbstverständlichkeit. Dem Bericht zufolge können tausende Visa, die nach einem Beschluss des Kongresses eigentlich für ehemalige Helfer in Afghanistan und im Irak vorgesehen sind, wegen des langwierigen Verfahrens des US-Außenministeriums nicht in Anspruch genommen werden. Nach Angaben der britischen Zeitung „Guardian“ ist bis zum vergangenen Sommer ein Visa-Vergabeprogramm für einheimische Helfer während des Irak-Einsatzes nur zu einem Teil ausgeschöpft worden: Während für die irakischen Helfer 2008 eine Obergrenze von 25 000 Visa festgelegt wurde, reisten nur rund 5000 Iraker in die USA ein. Ein ähnliches Programm, das 2009 beschlossen wurde, sieht 7500 Visa für Helfer aus Afghanistan vor. Laut „New York Times“ haben schätzungsweise 8000 Übersetzer für die US-Truppen in Afghanistan gearbeitet.



Großbritannien
: Im Mai gab die Regierung von David Cameron bekannt, dass sich etwa 600 afghanische Dolmetscher im Vereinigten Königreich eine neue Existenz aufbauen können. Zunächst hatte Cameron sich dagegen ausgesprochen, änderte seine Meinung dann aber nach entsprechenden öffentlichen Appellen. Die Regelung sieht nun vor, dass jene Afghanen, die ein Jahr lang in den Diensten der britischen Verbände gestanden haben, ein Visum für die Dauer von fünf Jahren erhalten. Die Behörden helfen bei der Übersiedlung nach Großbritannien sowie bei der Wohnungs- und Arbeitssuche.



Frankreich
: Zwischen Januar und April dieses Jahres haben 127 Afghanen – 62 Dolmetscher und ihre Familien – eine neue Bleibe in Frankreich gefunden. Dank eines langfristigen Aufenthaltstitels können die Dolmetscher in ihrem Gastland nach Arbeit suchen. Zudem erhalten sie Unterstützung bei der Wohnungssuche und Fortbildungen. Nach einem Parlamentsbericht vom Februar 2012 haben insgesamt 800 Einheimische für die französischen Streitkräfte gearbeitet. ame

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