Politik : Premierminister Jospin nun im Dialog mit den korsischen Nationalisten

Wenige Stunden vor dem als historisch angesehenen Treffen zwischen Frankreichs Premierminister Lionel Jospin und den korsischen Abgeordneten hat die wichtigste korsische Untergrundorganisation am Montag ihre Dialogbereitschaft bekräftigt. Das Treffen am Sitz des Premierministers in Paris markiere "einen radikalen Wandel" in der Haltung der französischen Regierung, hieß es in einer Erklärung der Untergrundorganisation FLNC-Historischer Kanal. Wenn dabei eine "umfassende politische Regelung" angestrebt werde, sei sie zu einer "historischen Initiative" bereit.

Jospin wollte am Nachmittag eine Delegation führender korsischer Abgeordneter und Nationalisten in Paris empfangen. Es ist das erste Mal seit Beginn des Konfliktes auf der französischen Mittelmeerinsel vor 25 Jahren, dass ein solches Treffen stattfindet. Jospin hatte seit seinem Regierungsantritt für derartige Verhandlungen stets zur Bedingung gemacht, dass die korsischen Nationalisten der Gewalt abschwören.

Bei dem Treffen in Paris werden sich Jospin sowie fünf Minister seiner Linksregierung und 27 korsische Abgeordnete gegenüber sitzen, unter ihnen der prominente Nationalist Jean-Guy Talamoni. Der 39-jährige Abgeordnete der korsischen Territorialversammlung weigert sich bis heute, die Ermordung des Präfekten Erignac zu verurteilen. Der Präfekt, der höchste Staatsvertreter auf der Insel, war 1998 auf offener Straße in Ajaccio erschossen worden. Der mutmaßliche Mörder ist noch immer nicht gefasst.

0 Kommentare

Neuester Kommentar