Politik : Premierminister Mahathir Mohamad will mit vorgezogenen Wahlen seine Position stärken

Malaysias Premierminister Mahathir Mohamad hat am Mittwoch vorgezogene Neuwahlen angekündigt. Der König habe bereits einer Auflösung des Parlaments für Donnerstag zugestimmt, sagte Mahathir vor der Presse in Kuala Lumpur. Eine Begründung für den Schritt nannte er zunächst nicht. Das Mandat des gegenwärtigen Parlaments endet normalerweise im nächsten Juni. Mahathir, der Dienstälteste unter Asiens gewählten Regierungschefs, hatte am Dienstag überraschend seine Reise zum Commonwealth-Gipfel in Südafrika abgesagt und damit bereits Spekulationen über Neuwahlen ausgelöst.

Den genauen Wahltermin wird ein unabhängiger Wahlausschuss festlegen. Doch wird allgemein damit gerechnet, dass die Bewohner der südost-asiatischen Wahlmonarchie noch vor Ende November zu den Urnen gerufen werden. Bei den letzten drei Wahlen zum Parlament in Malaysia dauerten die Wahlkämpfe nie länger als knapp zwei Wochen.

Mit seinem Schritt könnte der 73-Jährige vom gegenwärtigen wirtschaftlichen Aufschwung in der südost-asiatischen Wahlmonarchie profitieren. Gleichzeitig hieß es, Mahathir wolle das Votum von 680 000 jungen Malaysiern verhindern, die sich erst in den nächsten Monaten in den Wählerlisten eintragen lassen können. Die Mehrheit der malaysischen Jugend unterstützt Mahathirs ehemaligen Stellvertreter Anwar Ibrahim. Mahathir hatte im September 1998 seinen populären Vizepremier und Finanzminister entlassen und ihm wegen angeblicher sexueller Verfehlungen den Prozess machen lassen. Der Schritt hatte erstmals zu einer Spaltung innerhalb der malaysischen Gesellschaft geführt. Mahathirs Partei, die "Nationale Front" verfügt seit mehr als dreißig Jahren über zwei Drittel der Parlamentsmandate.

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