Pressebericht : Polizei-Panne in Winnenden

Neue Details zum Amoklauf von Winnenden: Einem Pressebericht zufolge hatte die Polizei den Täter Tim K. bereits gestellt und angeschossen, bevor er in ein Autohaus in Wendlingen laufen konnte und dort zwei Menschen tötete.

München/StuttgartDas Magazin Focus schreibt unter Berufung auf Polizeiprotokolle, dass Tim K. bei der Verfolgungsjagd durch zwei Schüsse eines Beamten in die Beine getroffen worden sei. Daraufhin habe er sich auf den Boden gesetzt und seine Waffe niedergelegt. Als sich der Polizist ihm näherte, sei er aufgestanden, habe die Pistole ergriffen und wieder das Feuer eröffnet. Trotz weiterer Schüsse durch den Polizisten sei Tim K. in das Autohaus gelangt, wo er zwei Männer erschoss.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte den Tatablauf, wie ihn das Magazin geschildert hat. Von einer Panne könne man aber nicht sprechen, sagte er. Der Polizeibeamte habe sich sehr weit - etwa 25 bis 50 Meter - von dem Amokläufer befunden, als dieser wieder aufgestanden sei.

Staatsanwaltschaft: Auswertung der Protokolle gestaltete sich schwierig

Bisher hieß es, der Amokläufer sei erst nach seinem Eindringen in das Autogeschäft von der Polizei durch Schüsse getroffen worden. Dass der Ablauf sich anders abgespielt habe, als direkt nach der Tat geschildert, sei durch schwierige Analysen des Funkverkehrs, von Videofilmen und der Luftbeobachtung durch einen Helikopter ermittelt worden. "Die Auswertung hat eine gewisse Zeit gedauert", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Auch sei man im Laufe der Ermittlungen mit weiteren Informationen an die Öffentlichkeit zurückhaltend gewesen. Eine Sprecherin des baden-württembergischen Innenministeriums wollte sich unter Hinweis auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht zu dem Bericht äußern.

Tim K. hatte bei einem Amoklauf in einer Schule in Winnenden sowie in Wendlingen insgesamt 15 Menschen erschossen, bevor er sich selbst umbrachte. Über sein Motiv gibt es bis heute keine Klarheit. (rf/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar