Politik : Presseberichte über Polizeiwarnungen vor Bombenanschlägen nordirischer Splittergruppen

Katholische Splittergruppen aus Nordirland planen angeblich Terroranschläge in Großbritannien, um den Friedensprozess in der Provinz zu stören. Mehrere seriöse britische Tageszeitungen berichteten am Dienstag, irische und britische Geheimdienste befürchteten Anschläge vor allem in London. Damit solle in der Vorweihnachtszeit von extremen Gruppen der fragile Waffenstillstand beendet werden, den die großen Konfliktparteien vereinbart haben. Die britischen Sicherheitsbehörden haben 30 Institutionen und Firmen in London wegen eines möglichen Anschlags besonders gewarnt. Außerdem wurden die Sicherheitsvorkehrungen und die Polizeipräsenz im Londoner Regierungsviertel Westminster, im Börsenviertel (City) und im früheren Hafengebiet (Docklands) verstärkt. Für die Sicherheitsorgane gelte der zweithöchste Alarmzustand, berichteten die Zeitungen übereinstimmend. Die Berichte ließen keinen Zweifel daran, dass sie auf einer gezielten Unterrichtung seitens der Polizei oder anderer Sicherheitsbehörden beruhen.

Die kompromissbereiten Katholiken Nordirlands haben unterdessen ihr "Ja" zur Entwaffnung der Untergrundorganisation IRA bekräftigt. Der Chef der IRA-Partei Sinn Fein, Gerry Adams, versicherte den Befürwortern einer weiteren Union mit Großbritannien, Sinn Fein betrachte die Entwaffnung als wesentlichen Bestandteil des Friedensabkommens vom Karfreitag vergangenen Jahres. Er reagierte damit auf eine Forderung des Chefs der Ulster Unionist Party (UUP), David Trimble, zu einer Äußerung des stellvertretenden Sinn-Fein-Vorsitzenden Pat Doherty Stellung zu nehmen, eine Entwaffnung der IRA sei nicht sicher.

Der amerikanische Vermittler George Mitchell hatte vor einigen Tagen erst den Streit um die Entwaffnung beigelegt. Er bewog die IRA, der Abgabe der Waffen grundsätzlich zuzustimmen und brachte Trimble als künftigen Regierungschef dazu, bereits vor der tatsächlichen Entwaffnung die Sinn Fein in die Provinzregierung aufzunehmen.

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