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Prism-Affäre und Edward Snowden : Ecuador kündigt Zollabkommen mit den USA auf

In der Affäre um das Spähprogramm Prism und den Whistleblower Edward Snowden reagiert Ecuador auf die Drohungen der USA und kündigt das gemeinsame Zollabkommen auf. Die Handelserleichterungen seien zu einem "Erpressungsinstrument" verkommen, beklagt das Land.

Vor dem Hintergrund der Affäre um den früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat Ecuador ein Zollabkommen mit den USA aufgekündigt. Ecuador verzichte „unilateral und unwiderruflich auf Zollvergünstigungen“, hieß es in einer Erklärung, die der ecuadorianische Informationsminister Fernando Alvarado am Donnerstag in Quito verlas. Das Abkommen ATPDEA gewährte Ecuador Zollerleichterungen als Gegenleistung für eine Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Drogenhandels.

Mittlerweile hätten sich diese Handelserleichterungen allerdings „zu einem neuen Erpressungsinstrument“ entwickelt. "Ecuador akzeptiert weder Druck noch Drohungen von irgendjemandem, und handelt nicht mit Prinzipien, noch unterwirft es sie Handelsinteressen, so wichtig sie auch seien“, hieß es in der Erklärung weiter.

Der südamerikanische Staat wird als Asylland für Snowden gehandelt, der wegen des Verrats von Details über geheime Ausspähprogramme von den US-Behörden verfolgt wird. Ecuador, das von dem linksgerichteten Präsidenten Rafael Correa regiert wird, hatte schon dem Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, politisches Asyl gewährt. (AFP)