Politik : Privat Versicherten drohen deutlich höhere Beiträge

Berlin - Privat Krankenversicherten drohen wegen der Finanzkrise deutlich höhere Beiträge. Der Grund hierfür sei, dass die niedrigen Marktzinsen die Bilanzen der Krankenversicherungen belasteten, berichtete die „Financial Times Deutschland“. Wegen der geringen Renditen seien Prämienerhöhungen von sechs bis acht Prozent nötig. Dazu kämen die Beitragsanpassungen wegen steigender Kosten im Gesundheitswesen. Der Verband der Privaten Krankenversicherung wies den Bericht als hochspekulativ zurück. Die 46 privaten Versicherer müssen aus einem Teil ihrer Beitragseinnahmen Rückstellungen für die älteren Versicherten bilden. Die Rückstellungen von zurzeit 144 Milliarden Euro müssen sie zu einem speziellen Satz verzinsen. Der liegt seit 50 Jahren bei 3,5 Prozent. Dem Bericht zufolge haben mindestens zehn private Krankenversicherer wegen der Niedrigzinsen auf dem Markt Schwierigkeiten, den Zinssatz von 3,5 Prozent zu halten.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bezeichnete die private Krankenversicherung (PKV) als „Auslaufmodell“. Nach der Finanzkrise werde die Ergiebigkeit von langfristigen Anlagen am Kapitalmarkt nicht mehr so sein wie vorher, sagte er. Die PKV bekomme außerdem die Alterung der Bevölkerung derzeit deutlich mehr zu spüren als die gesetzlichen Kassen, ebenso den ungebremsten Anstieg bei den Ausgaben für Krankenhäuser und Arzthonorare.AFP/dapd/ce

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