Probezeit : Null Promille für Fahranfänger?

Die Bundesregierung plant nach Medienberichten ein absolutes Alkoholverbot für Fahranfänger. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll demnach noch in diesem Jahr dem Kabinett zum Beschluss vorgelegt werden.

Halle - Das Bundesverkehrsministerium greift nach einer Meldung der «Mitteldeutschen Zeitung» eine Länderinitiative auf, um eine Null-Promille-Grenze für Fahranfänger einzuführen. Auch Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) hatte für ein Alkoholverbot während der Führerschein-Probezeit plädiert. Laut Daehre ziehen alle Verkehrsminister mit. «Das Alkoholverbot für Fahranfänger kommt», sagte er der Zeitung.

Die Probezeit für Fahranfänger dauert in der Regel zwei Jahre. Sie kann sich bei Verkehrsverstößen in dieser Zeit verdoppeln, in einigen Bundesländern aber auch durch die Teilnahme an zusätzlichen Schulungen verkürzt werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte der ehemalige Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) eine Initiative für ein Alkoholverbot für Fahranfänger angeschoben, die von den Ländern unterstützt wurde.

Verkehrsclub fordert generelles Alkoholverbot

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert angesichts der erneut entfachten Diskussion um null Promille für Fahranfänger ein generelles Alkoholverbot im Straßenverkehr. Zwar spiele Alkohol bei Jugendlichen im Zusammenhang mit schweren Verkehrsunfällen häufiger eine Rolle, sagte der stellvertretende VCD-Bundesvorsitzende Hermann-Josef Vogt am Dienstag in Berlin. Der Alkoholkonsum sei jedoch auch über die Probezeit von Führerscheinneulingen hinaus eine wesentliche Unfallgefahr, laut Statistik in 4,5 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden.

Laut einer bundesweiten Statistik stellen junge Fahranfänger rund ein Drittel der Pkw-Fahrer, die bei Unfällen unter Alkoholeinfluss verletzt oder getötet wurden. Der Anteil der 18- bis 24-Jährigen an der Gesamtbevölkerung hingegen beträgt nur acht Prozent. (tso/ddp/AFP)

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