Politik : Prodi beharrt auf festem Zeitplan für die EU-Erweiterung

Der neue EU-Kommissionspräsident Prodi hat seine umstrittene Forderung nach Festlegung auf einen Zeitplan für den EU-Erweiterungsprozess bekräftigt. "Ich hoffe, dass wir zum Ende des (Gipfel-)Treffens in Helsinki einen präzisen Fahrplan haben", sagte Prodi bei einem Treffen der neuen Kommission mit Vertretern der finnischen Regierung und amtierenden EU-Ratspräsidentschaft in Helsinki. Dagegen lehnt Österreich die Festlegung auf ein Datum weiterhin ab. Ein solches Zieldatum könne dazu verleiten, in den Reformbemühungen nachzulassen.

Die Europäische Union wird nach den Worten von EU-Kommissar Günter Verheugen möglicherweise sechs weiteren Ländern die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen vorschlagen. Vor dem EU-Gipfel beginne sich eine deutliche Mehrheit für die Idee zu bilden, dort allen europäischen Staaten die Aufnahme von Gesprächen anzubieten, sagte der EU-Kommissar der "Süddeutschen Zeitung". Er rechne jedoch nicht mit einer EU-Erweiterung vor 2002.

Deutschland und Österreich haben im Sprachenstreit erneut einen informellen EU-Rat in Finnland boykottiert. Beide Länder nahmen am Montag nicht am Treffen der Minister für Bau- und Wohnungswesen im finnischen Kuopio teil. Sie protestierten wieder dagegen, dass Deutsch nicht als Arbeitssprache zugelassen war. Es war der letzte informelle Rat unter Finnlands Präsidentschaft, der boykott wereden soll.

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