Politik : Prognosen für das Rentenalter

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Von Imke Schridde

Seit Anfang Juni bekommen Tausende Versicherte Post von ihrer Rentenkasse. Das Papier informiert die Versicherten über den aktuellen Stand ihres Versicherungskontos und die Höhe der zu erwartenden Rente. Zunächst gilt dies jedoch nur für die jüngeren Beitragszahler. Doch bis Ende 2003 soll die Zahl der Informierten auf zwei Sechstel der Versicherten anwachsen – wenn alles gut läuft. Die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) versende schon jetzt 25 000 Briefe täglich, berichtet Ulrich Theil, Sprecher der BfA. Zunächst werde dies noch als „Test“ betrachtet. In drei Jahren müssen dann alle 42 Millionen Versicherten einmal jährlich ihre Renteninformation erhalten, dann ist dies gesetzlich vorgeschrieben.

Der Brief summiert die bislang eingezahlten Rentenbeiträge und die dadurch erworbenen Rentenanwartschaften. Außerdem gibt er Auskunft über die gegenwärtige Rente, falls der Versicherte berufsunfähig werden sollte. Für die finanzielle Situation im Rentenalter werden drei Hochrechnungen erstellt: Prognostiziert werden der Rentenbeitrag bei gleichbleibenden Rentenanwartschaften sowie bei jährlichen Anpassungssätzen von 1,5 und 3,5 Prozent, da der Verband Deutscher Rentenversicherungsträger von zukünftig höheren Rentenanpassungen ausgeht. Die Voraussagen seien allerdings nicht hundertprozentig sicher, sagt die BfA. Die Versicherten sollen jedoch eine Vorstellung davon bekommen, wie ihre Situation im Alter aussehen könnte.

Das Ziel: Indem die gesetzlichen Rentenversicherungen einmal jährlich Einblick in das persönliche Rentenkonto gewähren, wollen sie dazu motivieren, sich frühzeitig um zusätzliche, private Versicherungen zu kümmern.

Dass die Auskünfte zunächst überwiegend auf 27-Jährige – die allerdings seit fünf Jahren Beiträge zahlen müssen – beschränkt werden, dafür gibt es logistische Gründe. Allein von dieser Gruppe sind die Rentenkonten auch in den neuen Bundesländern elektronisch komplett erfasst.

Einzelne Landesversicherungsanstalten schicken die Informationsbriefe auch jetzt bereits an ältere Personen. Schon bisher konnten Versicherte von Mitte 50 und älter eine schriftliche Rentenauskunft erhalten. Allerdings mussten sie diese bei ihrem Versicherer selbst anfordern.

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