PROSTITUTION : Schärferes Gesetz in Planung

Union und SPD planen eine Verschärfung des Prostitutionsgesetzes. „Die brutale Ausbeutung von Prostituierten, die heute massenhaft in Deutschland stattfindet, muss beendet werden.

Menschenverachtende Praktiken wie Flatrate-Sex gehören verboten“, sagte SPD-Vize Manuela Schwesig der „Bild am Sonntag“. Außerdem müsse den betroffenen Frauen geholfen werden, etwa mit einem eigenständigen Aufenthaltsrecht. Auch müsse das Betreiben von

Prostitutionsstätten über eine Erlaubnispflicht geregelt werden. Die Vorsitzende der Frauenunion, Maria Böhmer (CDU), sagte: „Freier, die Zwangsprostituierte ausnutzen, wollen wir bestrafen. Vor allem junge Frauen unter 21 Jahren müssen sich persönlich beim Amt melden.“ Für Prostituierte solle es Pflicht werden, sich regelmäßig von unabhängigen Ärzten untersuchen zu lassen. Auch die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Familie für die Union, Annette Widmann-Mauz (CDU), hatte sich ähnlich geäußert und sich für eine entschiedenere Haltung gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung von Frauen ausgesprochen. Dazu müsse die Kontrolle von Prostitutionsstätten effektiver werden. Ein Gesetz zur Eindämmung von Menschenhandel und Zwangsprostitution war im September im Bundesrat gescheitert. In einer Kampagne des Frauenmagazins „Emma“ fordern 90 Prominente eine Änderung der bestehenden Gesetzeslage. Zu den Unterzeichnern eines Schreibens an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Bundestag gehören unter anderem die Schauspielerin Maria Furtwängler und die Bundesminister a.D. Heiner Geißler (CDU) und Bodo Hombach (SPD). KNA/dpa

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