Protest gegen Minarett-Verbot : Schweiz hindert deutschen Islam-Prediger an der Einreise

Eine Protestkundgebung gegen das Schweizer Minarett-Verbot ist am Samstag in Bern friedlich verlaufen. Die Kundgebung fand ohne den deutschen Islamprediger Pierre Vogel statt, der nicht einreisen durfte.

Anlass des Protestes war das Bauverbot für Minarette, das die Schweizer am 28. November bei einer Volksabstimmung mit großer Mehrheit gebilligt hatten. Das Ergebnis hatte im In- und Ausland Empörung ausgelöst.

Vogel wollte eigentlich am Nachmittag vor den bis zu 700 Teilnehmern sprechen, durfte in die Schweiz aber nicht einreisen. Bei der Veranstaltung wurde auch keine Grußbotschaft Vogels alias Abu Hamza abgespielt. Die Schweizer Grenzpolizei hatte ihn am Freitagabend an der Einreise gehindert. Zuvor hatte das Bundesamt für Migration ein Einreiseverbot verhängt. In einem über Internet verbreiteten Video kündigte Vogel Einspruch gegen die Entscheidung an.

Nicolas Blancho vom Islamischen Zentralrat Schweiz sagte auf der Kundgebung, die Minarettinitiative sei Ende November nicht angenommen worden, weil 57 Prozent der Schweizer gegen den Islam seien. Vielmehr seien die Leute von einer anti-islamischen Propaganda getäuscht worden. Es gelte nun, gegen die Desinformation anzukämpfen. Etliche Kundgebungsteilnehmer hielten Plakate in die Höhe, auf denen stand: „Wir sind keine Extremisten, weil wir Islam praktizieren“. (dpa)

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