• Protest gegen Ölbohrungen: Russische Justiz nimmt alle 30 Greenpeace-Aktivisten in U-Haft

Protest gegen Ölbohrungen : Russische Justiz nimmt alle 30 Greenpeace-Aktivisten in U-Haft

Der Greenpeace-Protest gegen Ölbohrungen in der Arktis beschäftigt weiter die russische Justiz. In Murmansk lässt ein Gericht weitere Crewmitglieder des Aktionsschiffs „Arctic Sunrise“ einsperren. Die Umweltorganisation ruft weltweit zu Protesten auf.

Am Mittwoch demonstrierten Greenpeace-Aktivisten auf dem Fluss Moskwa für die Freilassung der 28 inhaftierten Aktivisten und und zwei Journalisten aus russischer Untersuchungshaft. Derweil wurde in Hamburg vor dem Internationalen Seegerichtshof darüber verhandelt, ob die Niederlande als Flaggenstaat von Russland die Herausgabe der beschlagnahmten "Arctic Sunrise" und die Freilassung der Besatzung des Schiffes verlangen darf. Russland blieb der Anhörung in Hamburg fern. Das Foto zeigt die Aktivisten vor dem Kreml in Moskau.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Reuters
06.11.2013 18:20Am Mittwoch demonstrierten Greenpeace-Aktivisten auf dem Fluss Moskwa für die Freilassung der 28 inhaftierten Aktivisten und und...

Nach dem Greenpeace-Protest gegen Ölbohrungen in der Arktis hat ein russisches Gericht alle 30 Umweltschützer in Untersuchungshaft nehmen lassen. Auch die acht restlichen Aktivisten müssen für zwei Monate hinter Gitter, wie Greenpeace am Sonntag bei Twitter mitteilte. Das Gericht in der nordrussischen Stadt Murmansk begründete die Maßnahme mit Fluchtgefahr sowie der Möglichkeit weiterer Straftaten und potenzieller Beweismittelvernichtung. Die Umweltschützer müssten bis zum 24. November in Haft bleiben.

Bereits am Donnerstag waren 22 Besatzungsmitglieder des Aktionsschiffes „Arctic Sunrise“ in U-Haft genommen worden. Die Justiz ermittelt wegen bandenmäßiger Piraterie. Darauf stehen bis zu 15 Jahre Haft.

„Ich bin keine Piratin. Ölbohrungen im Eis sind eine gewaltige Gefahr für die Natur weltweit“, sagte die finnische Aktivistin Sini Saarela vor Gericht. Wie in Russland üblich, mussten die Beschuldigten die Verhandlung in einem vergitterten Käfig verfolgen. Saarelas russische Anwältin hatte Hausarrest oder Freilassung auf Kaution beantragt, da die junge Frau gesundheitlich angeschlagen sei und ärztliche Betreuung benötige.

Greenpeace weist die Vorwürfe zurück, wonach die Aktivisten vor eineinhalb Wochen eine Ölplattform des Staatskonzerns Gazprom in der Petschorasee besetzen wollten. Sie hätten nur ein Transparent befestigen wollen. Weltweit demonstrierten Mitglieder der Umweltorganisation für eine Freilassung der Inhaftierten.

Die „Arctic Sunrise“-Crewmitglieder seien in Murmansk und der rund 200 Kilometer entfernten Stadt Apatity eingesperrt, sagte die Stadträtin Irina Paikatschewa der Agentur Interfax. Jeder habe eine Zelle für sich, allerdings wollten die Behörden diese Praxis aus Kostengründen schon bald ändern. Ein großes Problem sei weiter die Verständigung zwischen den Justizbeamten und den Aktivisten aus 18 Ländern. (dpa)

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