Protest in Kirgistan : Häftlinge nähen sich Münder zu

Desolate Zustände in kirgisischen Gefängnissen: Aus Protest gegen die schlechten Haftbedingungen haben sich Insassen in Kirgistan ihre Münder zugenäht.

Bischkek - Die drei Männer hätten am Samstag zu der drastischen Maßnahme gegriffen, nachdem die Leitung des Untersuchungsgefängnisses in der Region Issij-Kul südöstlich der Hautpstadt Bischkek entschieden habe, Sessel und Sofas aus einer der Zellen zu entfernen, teilten die Behörden mit. In der Haftanstalt, in der rund 100 Menschen einsitzen, hatten sich bei einer Revolte im vergangenen Winter mehrere Insassen Bäuche und Adern aufgeschlitzt. Sie forderten unter anderem heißes Wasser, Bettwäsche und besseres Essen.

Die kirgisischen Gefängnisse sind in einem erbärmlichen Zustand, Korruption ist weit verbreitet. Manche Haftanstalten befinden sich vollständig unter der Kontrolle von Mafiabossen, denen es sogar gelingt, sich in der Haft mit Waffen zu versorgen. (tso/AFP)

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