Proteste gegen Assad-Regime : Homs abgeriegelt - Syriens Opposition befürchtet Massaker

10.12.2011 14:41 Uhr
Tausende Syrier protestieren seit Wochen in Homs. Die Provinz wurde nun von der Armee abgeriegelt. Foto: dpa
Tausende Syrier protestieren seit Wochen in Homs. Die Provinz wurde nun von der Armee abgeriegelt. - Foto: dpa

Die brutale Gewalt nimmt in Syrien kein Ende. Die Opposition befürchtet gar ein bevorstehendes Massaker in der Protesthochburg Homs. Die Armee hat die Provinz bereits umstellt.

Syriens Regime verschärft das Vorgehen gegen die Opposition noch weiter. Die Opposition befürchtet ein Blutbad in der Protesthochburg Homs. Auch am Samstag starben nach Angaben der Demokratiebewegung landesweit mindestens 13 Menschen, unter anderem in Idlib, Daraa und Homs.
Ein Aktivist sagte, dass Regierungstruppen die Provinz Homs praktisch abgeriegelt hätten. An den Zufahrtstraßen gebe es inzwischen mehr als 75 Kontrollstellen. Es gebe keinen Strom, kein Wasser, kein Benzin, auch fehle es an Medikamenten.

Der oppositionelle syrische Nationalrat sprach von Vorbereitungen für ein Massaker.

Der in London ansässige Vertreter des Gremiums, Bassam Dscharaa, sagte, die Regierung wolle endgültig den Widerstand gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad brechen. Wegen der Medienblockade sind Berichte aus Syrien nur schwer von unabhängiger Seite zu überprüfen. Die Provinz wird schon seit vielen Wochen von den Regierungstruppen belagert.

Derweil berichtete die panarabische Zeitung „Al-Hayat“ von Bemühungen der Arabischen Liga, Assad zum Rücktritt und zum Gang ins Exil zu überreden. Die Vereinigten Arabischen Emirate seien bereit, ihn und seine Familie aufzunehmen, schreibt das Blatt unter Berufung auf informierte Kreise. Auch osteuropäische Staaten seien hierfür im Gespräch. Ferner solle dem Präsidenten Straffreiheit gewährt werden, hieß es.

Seit Beginn der Proteste gegen das Assad-Regime sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 4000 Menschen ums Leben gekommen. Syrien sagt hingegen, die Zahlen seien übertrieben.

Am Montag will sich der UN-Sicherheitsrat erneut mit dem Konflikt befassen und die Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, zur Berichterstattung über die Situation in dem arabischen Land bitten. (dpa)

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