Politik : Proteste gegen Bush auch in Nigeria

Liberias Staatschef Taylor: Ich kaufe Waffen, wo ich will

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Abuja (dpa). Zum Abschluss seiner fünftägigen AfrikaReise ist US-Präsident George W. Bush am Samstag in der nigerianischen Hauptstadt Abuja mit seinem Amtskollegen Olusegun Obasanjo zusammengetroffen. Bush, der zuvor eine Aids-Klinik besucht hatte, wollte neben einer möglichen US-Beteiligung an einer Stabilisierungstruppe für Liberia auch Wirtschaftsinteressen erörtern. Nigeria ist nicht nur Afrikas bevölkerungsreichster Staat, sondern auch weltweit der sechstgrößte Erdölproduzent. Vor allem in den nördlichen Bundesstaaten war der unter strengen Sicherheitsbedingungen stattfindende Besuch von Protesten begleitet. Die Polizei nahm mehrere Demonstranten fest.

Nach Stationen in Senegal, Südafrika, Botswana und Uganda sollte Bush in Nigeria am Nachmittag den Rückflug in die USA antreten. In Uganda war Bush von Demonstranten gemahnt worden, seine versprochene Aids-Hilfe im Umfang von 15 Milliarden Dollar für die am stärksten von der Epidemie betroffenen Staaten uneingeschränkt einzulösen. In den USA selbst waren jedoch Zweifel aufgekommen, ob Bush die Summe in dieser Höhe bereitstellen kann.

Der liberianische Präsident Charles Taylor hat die internationale Gemeinschaft für den Bürgerkrieg in seinem Land verantwortlich gemacht. „Wir stehen unter einem Waffenembargo. Unsere Hubschrauber fliegen nicht, weil wir keine Ersatzteile bekommen. Gleichzeitig bekommen die Rebellen Waffen aus unterschiedlichen Quellen“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Taylor verteidigte seine angeblichen Waffenkäufe bei Angehörigen der italienischen Mafia: „Ich kaufe Waffen, wo ich will. Das ist mein Recht und das Recht jedes anderen UN-Mitgliedstaates.“

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