Proteste in Pakistan : Demonstranten: "Geh, Musharraf, geh"

Der Druck auf Pakistans Präsident und Militärmachthaber Musharraf wächst. Vor dem Verfassungsgerichtsgebäude in Islamabad haben hunderte Demonstranten gegen eine Wiederwahl des Staatspräsidenten protestiert.

Pakistan
Der Widerstand gegen Präsident Musharraf wächst. -Foto: AFP

Islamabad Islamisten und andere Oppositionelle beteiligten sich an Protesten gegen eine weitere Amtszeit des Militärmachthabers, der sich in zwei Wochen für noch einmal fünf Jahre als Präsident bestätigen lassen will. Einen Tag nach Verkündung des Wahltermins am 6. Oktober riefen aufgebrachte Demonstranten: "Geh, Musharraf, geh".

Das Verfassungsgericht entscheidet in den kommenden Tagen darüber, ob Musharraf kandidieren darf, obwohl er zugleich Armeechef ist. Musharraf hat zugesagt, die Uniform im Falle seiner Wiederwahl durch die Abgeordneten des Parlaments in Islamabad und der Provinzparlamente vor seiner Vereidigung abzulegen. Bis nach der Abstimmung will er aber Armeechef bleiben. Das islamistische Parteienbündnis MMA kündigte an, alle ihre Abgeordneten in den Parlamenten würden vor einer Wahl ihre Mandate niederlegen. Das Volk ist nicht zur Wahl aufgerufen.

Der Chef der Partei Tehrik-i-Insaf (Gerechtigkeitsbewegung), Imran Khan, sagte bei den Protesten: "Es gibt keine einzige Demokratie der Welt, wo es einem Armeechef erlaubt ist, bei Präsidentschaftswahlen zu kandidieren." Er verurteilte die Unterstützung des Westens für den "Diktator Musharraf" und drohte dem Militärmachthaber. "Die Zeit wird kommen, wenn wir Musharraf zur Verantwortung ziehen für die Morde hunderter unserer Brüder, Schwestern und Kinder in Militäroperationen in den Stammesgebieten, um den USA zu gefallen." (mit dpa)

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