Proteste : Konfrontation am Zaun

Unmittelbar vor Beginn des G-8-Gipfels haben mehrere tausend Globalisierungsgegner die Zugänge zum Tagungsort blockiert. Die Polizei ging zeitweise mit Wasserwerfer und Tränengas gegen die Demonstranten vor.

G-8-Gipfel Zaunräumung
Gipfelgegner räumen den Nato-Zaun ab.Foto: ddp

RostockUnmittelbar vor Beginn des G-8-Gipfels haben mehrere tausend Globalisierungsgegner die Zugänge zum Tagungsort blockiert. Die Polizei ging zeitweise mit Wasserwerfer und Tränengas gegen die Demonstranten vor. Nach Angaben der Polizei drangen die Demonstranten bis zum Sicherheitszaun rund um Heiligendamm vor und ließen sich vor den Kontrollstellen an den beiden Zufahrten nieder. Damit war das Tagungsgelände zunächst nicht mehr auf dem Landweg zu erreichen. Auch an anderen Stellen kam es zu Sitzblockaden. Unterdessen bestätigte das Bundesverfassungsgericht das allgemeine Demonstrationsverbot, das für ein weitläufiges Areal außerhalb des Zauns gilt.

Bereits am Morgen waren mehrere tausend Demonstranten aus verschiedenen Richtungen zu dem Sicherheitszaun gezogen, wo sie sich gegen Mittag an den beiden Kontrollposten zu Sitzblockaden niederließen. Die Polizei ließ die Demonstrationen zunächst gewähren. Nach Polizeiangaben nahmen rund 9000 Menschen an den Aktionen rund um den Sicherheitszaun teil. Zu einem Wasserwerfereinsatz kam es der Polizei zufolge bei einer Sitzblockade nahe des Ortes Rethwisch. Demnach wurden bis zum Nachmittag insgesamt acht Polizisten verletzt, 15 Personen wurden festgenommen und 20 in Polizeigewahrsam genommen.

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac kritisierte das Vorgehen der Beamten an einigen Stellen. Obwohl es zu keiner Provokation und keiner Gewalt der Teilnehmer gekommen sei, hätten die Einsatzkräfte gegen Mittag Schlagstöcke und Wasserwerfer eingesetzt, hieß es in einer Erklärung.

Straßen mit Baumstämmen blockiert

Bereits am Morgen hatten Demonstranten die Autobahn A 19, die unmittelbar am Flughafen Rostock-Laage vorbeiführt, blockiert. Straßenblockaden, die zum Teil aus abgesägten Baumstämmen bestanden, gab es der Polizei zufolge außerdem bei Bad Doberan, Kühlungsborn und dem Ort Reddelich. Dort befindet sich eines der Camps der Globalisierungsgegner.

G-8-Gegner blockierten auch die so genannte Molly-Bahn, mit der Journalisten zum Tagungsort gebracht werden sollten. Viele Journalisten hingen daher vor der Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Präsident George W. Bush zunächst fest. Nach Angaben der Polizei sollten weitere Medienvertreter per Boot zum Tagungsort gebracht werden. Die Deutsche Bahn stellte auch den regulären Zugverkehr zwischen Rostock und Bad Doberan ein. Dies geschah offensichtlich aus Sicherheitsgründen. Ein Bahnsprecher verwies auf eine behördliche Anordnung. Zwischen Wismar und Bad Doberan und zwischen Groß-Schwaß und Rostock sei ein Pendelverkehr eingerichtet worden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben