Proteste : Menschenkette durch den Gazastreifen

Mit einer kilometerlangen Menschenkette haben tausende Palästinenser am Montag im Gazastreifen gegen die Blockade des Autonomiegebiets protestiert. Schüler bekamen für die Demonstration schulfrei.

Nahost
Schüler in der Menschenkette im Gazastreifen. -Foto: AFP

Tel Aviv/GazaAn einer etwa 40 Kilometer langen Verbindungsstraße zwischen dem südlichen und nördlichen Teil des Gazastreifens versammelten sich am Vormittag zahlreiche Menschen und reichten sich die Hände. Die radikal-islamische Hamas-Bewegung, die den Protest organisiert hatte, sprach von 50.000 Teilnehmern.

Israelische Medien berichteten, es hätten erheblich weniger Menschen als erwartet teilgenommen. Es gab jedoch keine unabhängigen Schätzungen. Ein befürchteter Sturm palästinensischer Zivilisten auf die Grenze zu Israel blieb aus. Israel hatte tausende zusätzliche Sicherheitskräfte aufgeboten, um einen ähnlichen Sturm auf die Grenze wie im Januar nach Ägypten zu verhindern.

Am Eres-Kontrollpunkt bewarfen am Nachmittag Dutzende jugendliche Palästinenser israelische Grenzsoldaten mit Steinen. Etwa 50 Demonstranten wurden festgenommen, teilte eine Armeesprecherin mit.

Protestierende Schüler

An der Protestaktion im Gazastreifen nahmen viele Schüler teil, die dafür mehrere Stunden schulfrei bekamen. Jüngere Kindergartenkinder trugen leere Trinkfläschchen und hielten Schilder, auf denen stand: "Wir wollen Milch, wir brauchen Nahrung, beendet die unfaire Blockade." Israel will durch die Blockade des Gazastreifens, die seit der gewaltsamen Übernahme der Kontrolle durch Hamas im vergangenen Juni andauert, ein Ende des Raketenbeschusses eigener Gebiete durch militante Palästinenser erzwingen.

Auch am Montag feuerten militante Palästinenser erneut Raketen in das israelische Grenzgebiet. Dabei wurden in Sderot mehrere Menschen verletzt, darunter auch ein Baby und ein zehnjähriges Kind, das schwere Verletzungen erlitt. Seine Schulter sei beim Einschlag der Rakete zerschmettert worden, teilte das israelische Barsilai-Krankenhaus in Aschkelon mit. (ae/dpa)

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