Politik : Protestkundgebung wegen Festnahmen und Behinderungen abgesagt

Die Führer der Opposition gegen den jugoslawischen Staatschef Milosevic haben am Dienstag ihre geplante Protestkundgebung in Pozarevac abgesagt. Grund sei der massive Einsatz der Polizei, Festnahmen von Teilnehmern und die Gefahr von Ausschreitungen, hieß es. Die rund 80 Kilometer östlich von Belgrad gelegene Stadt ist der Geburtsort von Milosevic. Zuvor hatte die Polizei drei Oppositionsvetreter und drei Journalisten festgenommen, wie die unabhängige Belgrader Nachrichtenagentur Beta meldete. Die Protestveranstaltung, bei der die wichtigsten Oppositionspolitiker sprechen wollten, stand unter dem Motto "Stopp dem Terror - für demokratische Wahlen".

Auf dem Weg zur Demonstration hatte die Polizei den Chef der Sozial-Demokratischen Liga von Vojvodina (LSV), Nenad Canak, in Novi Sad vorübergehend festgenommen. Bei den weiteren Festnahmen handelte es sich um zwei Anhänger der studentischen Oppositionsbewegung Otpor sowie um zwei Redakteure der unabhängigen Tageszeitung "Danas" und den Bruder eines Beta-Korrespondenten. Am Montag wurde bereits ein serbischer Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP und von "Danas" in der Stadt Kraljevo festgenommen.

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