Provokation : Protest gegen Nordkoreas Raketenstart

Ungeachtet aller internationalen Appelle hat Nordkorea eine Langstreckenrakete mit einer Reichweite von tausenden Kilometern gestartet. Allerdings ist der von der Rakete transportierte Satellit nach US-Angaben ins Meer gestürzt.

Seoul/Prag Seoul/Prag - Ungeachtet aller internationalen Appelle hat Nordkorea eine Langstreckenrakete mit einer Reichweite von tausenden Kilometern gestartet. Allerdings ist der von der Rakete transportierte Satellit nach US-Angaben ins Meer gestürzt. US-Präsident Barack Obama kritisierte das Vorgehen Pjöngjangs am Sonntag als „provokativen Akt“ und forderte eine „harte internationale Antwort“. Japan rief den UN-Sicherheitsrat an, der noch am Abend zu einer Sondersitzung zusammenkommen sollte.

Die Rakete startete am Sonntagmorgen um 4 Uhr 30 MESZ. Nach Angaben Nordkoreas beförderte sie einen Kommunikationssatelliten. Auf ihrem Weg ins All drang die Rakete für wenige Minuten in den japanischen Luftraum ein, bevor die erste Stufe ins Japanische Meer stürzte. Die zweite Stufe fiel weiter östlich in den Pazifik. Nach Angaben der nördlichen Kommandostelle der US- Streitkräfte ist jedoch auch die Traglast ins Meer gestürzt. Es sei nach dem Raketenstart kein Objekt in die Erdumlaufbahn eingetreten, hieß es auf der Internetseite der US-Militärs.Nordkorea dagegen meldete, der Satellit Kwangmyongsong-2 befinde sich im Orbit und übertrage „unsterbliche Revolutionslieder“.

Die USA, Japan und Südkorea werfen dem kommunistischen Nordkorea vor, unter dem Vorwand des Satellitentransports eine Langstreckenrakete getestet zu haben. Bei der Rakete handelte es sich nach nordkoreanischen Angaben um eine Trägerrakete vom Typ Unha-2. Diese ist im Westen als Taepodong-2 bekannt, eine Langstreckenrakete mit einer theoretischen Reichweite bis zur US- Westküste.

Der Start löste internationale Empörung aus. In seiner Rede aus Anlass des USA-EU-Gipfels in Prag sprach US-Präsident Barack Obama von einer Bedrohung von Ländern „nah und fern“. Obama, der nach dem Start in der Nacht in Prag von seinen Beratern geweckt wurde, sprach von einer „klaren Verletzung“ der UN- Resolution 1718. Die Entschließung war nach dem nordkoreanischen Atomwaffentest im Jahr 2006 verabschiedet worden. Sie untersagt jegliche Tests mit ballistischen Raketen.

Eine Verschärfung der Sanktionen wurde wurde bei der Sitzung des Sicherheitsrates wegen der Zurückhaltung der Veto-Mächte China und Russland vorerst nicht erwartet. AFP/dpa

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