Politik : Prozess gegen „Kofferbomber“ in Beirut vertagt

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Beirut/Berlin - In Beirut hat am Mittwoch mehr als acht Monate nach den gescheiterten Kofferbomben-Anschlägen auf deutsche Züge der Prozess gegen einen der zwei mutmaßlichen Täter begonnen. Jedoch wurde die Sitzung nach wenigen Minuten auf den 18. April vertagt. Der Hauptangeklagte Dschihad Hamad hatte vor Prozessbeginn gestanden, am 31. Juli in Köln einen Sprengstoffkoffer in einem Regionalzug platziert hatte. Den Angeklagten drohen bis zu 25 Jahre Haft mit Zwangsarbeit. Als Motiv gab Hamad Rache für die Veröffentlichung der dänischen Karikaturen des Propheten Mohammed an. Der zweite mutmaßliche „Kofferbomber“, der Libanese Jussef al Hajdib, der in Deutschland in Haft sitzt, habe ihn angestiftet. Gegen al Hajdib wird die Bundesanwaltschaft voraussichtlich im Sommer Anklage erheben. Hamad wurde zusammen mit drei weiteren Libanesen angeklagt. Der Prozess findet im Libanon statt, da es zwischen Beirut und Berlin kein Auslieferungsabkommen gibt. „Sie sind libanesische Bürger, ihr Prozess muss hier stattfinden, und sie müssen die Strafen, die möglicherweise gegen sie verhängt werden, hier verbüßen“, sagte Libanons Generalstaatsanwalt Said Mirsa. dpa/Tsp

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